Buch, Presse und andere Druckmedien 387 Buch, Presse und andere Druckmedien Leif Kramp, Leonard Novy, Dennis Ballwieser, Karsten Wenzlaff (Hg.): Journalismus in der digitalen Moderne. Einsichten – Ansichten – Aussichten Wiesbaden: Springer VS 2013, 251 S., ISBN 978-3658011437, 29,99 Allenthalben ist vom Zeitungssterben und von der Krise des Journalismus zu hören und zu lesen. Traditionsblätter wie die Financial Times Deutschland werden, wie 2012 geschehen, eingestellt, andere wie die Frankfurter Rundschau 2013 aufgekauft und restrukturiert. Und ganz ohne Zweifel: die Drastik und Rasanz mit der die neuen Medien nahezu alle Lebensbereiche umfassend wie nachhaltig beeinflussen, verändern und die Informationsgesellschaft neu definieren, stellen auch den Journalis- mus vor bislang ungelöste Probleme wie Herausforderungen. Kontroverse und aktuelle Temen wie beispiels- weise das des sogenannten Bürger- oder Datenjournalismus im World Wide Web das mit dem klassischen Journalismus in einem nicht wegzudiskutierendem Spannungsfeld steht und noch vor einer Dekade kaum Relevanz hatte, wird im vorliegendem Band in extenso bespro- chen. Die Herausgeber nehmen – wie im Titel schon antizipiert – eine Dreitei- lung vor, die angesichts der Dichte von Fakten, als Ordnungsprinzip überaus zielführend ist. Dieser Dreiklang liegt der Idee zugrunde in den ‚Einsich- ten‘ zunächst im Sinne breitspektraler Bestandsaufnahmen Problemfelder auf- zuzeigen, sowie in ihren spezifischen Entwicklungslinien nachzuvollziehen, um dann in den ‚Ansichten‘ mögliche Herangehensweisen und Lösungskon- zepte vorzustellen. Mit einem Blick in die Zukunft werden in den ‚Aussich- ten‘ mögliche Tendenzen, Annahmen, auch konkrete Handlungsvorschläge und deren Praktikabilität in der Praxis diskutiert. Ein offenkundiger Vorteil des Buches – das sei gleich vorab konsta- tiert – liegt in der Tatsache begründet, dass die Beiträge sowohl von Medien- bzw. Kommunikations- sowie Sozial- wissenschaftlern (Leif Kramp, Leonard Novy et al.), als auch von Vertretern aus der Medienpraxis (Stefan Plöchinger von Süddeutsche.de, Philip Grassmann vom Freitag et al.) stammen und somit mehrdimensional argumentiert wird. Zum einen wird der wissenschaftliche Aspekt erörtert, der die medien-, kom- munikations-, wie kulturwissenschaftli- chen aber auch publizistischen Komplexe abhandelt, und hierbei Rückbezüge und Interferenzen von Teorie und Praxis hinterfragt; medienhistorische Kontexte werden berücksichtigt und in die Über- legungsprozesse integriert. Zum ande-