Wein(produkt)namen im pannonischen Raum Anikó Szilágyi-Kósa 1. Einführung: Namen in der Welt der Weine Der vorliegende Beitrag widmet sich Weinnamen (d. h. Warennamen für Wei- ne) im pannonischen Raum, in Ostösterreich (im Burgenland und der Steier- mark) sowie in Westungarn. Pannonien war eine Region des Römischen Rei- ches, die geographische Bezeichnung blieb in beiden Ländern erhalten und wird in diversen Texten verwendet. Auch für den Weinmarkt mag die folgende Feststellung von Kałasznik und Szczęk (2020: 51) gültig sein: […] [I]mmer neue Objekte der außersprachlichen Wirklichkeit, die mit Eigennamen bedacht werden […], zeugen davon, dass in vielen Bereichen des Lebens ein großes Bedürfnis danach besteht, diverse Objekte oder Phänomene der mensch- lichen Umgebung zu benennen. In der Önologie trift man verschiedene Namenarten an. Von großer Bedeu- tung (und vielfach überliefert) sind geographische Namen (Ortsnamen), d. h. Eigennamen von Anbaugebieten und Weinlagen: Weinviertel, Edelgraben, so- wie Badacsony, Köves-hegy. Daneben erlangen Unternehmensnamen von Winzerbetrieben große Bekanntheit: Weingut Michael Wind, Fuchs und Hase, Bencze Birtok, Kristinus. In der vorliegenden Untersuchung geht es um Na- men von einzelnen Weinen: Optimiszt, Góré, d. h. um Warennamen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass in der Önologie gebräuchliche Bezeichnungen für Rebsorten, z. B. Blauburger, Riesling nicht als Eigennamen zu betrachten sind. 2. Zum Phänomen „Warennamen“ 2.1. Zum onomastischen Status von Warennamen Warennamen sind – als „gebrauchte Namen“ per excellence – eine Untergrup- pe von Ergonymen (Namen von Gegenständen). Sie unterscheiden vergleich- bare Produkte. Für dieses Phänomen existieren in der Fachliteratur mehrere Bezeichnungen. Koß (2022) und Nübling et al. (2012) schreiben über Warenna- men, Debus (2012) verwendet den Terminus Warenname parallel zu Chrema-