Kirchliche Transformationsprozesse – Vergleichende Beobachtungen Von Sandra Bils „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? (Jes 43,19) Ja, es wächst auf und mittlerweile kann man (fast) nicht mehr die Augen davor verschließen: Transformationsprozesse und strategische Überlegun- gen für weitreichende Veränderungen im kirchlichen Bereich beschäftigen zurzeit viele evangelische Landeskirchen in Deutschland. Vergleichbares ist ferner auch im ökumenischen Kontakt bei vielen römisch-katholischen Bistümern in Deutschland und auch mit Blick über den nationalen Teller- rand im europäischen Ausland wahrnehmbar. Was in diesem Band somit exemplarisch für die Innovationsbeispiele aus den Landeskirchen Sachsen und Pfalz, den Bistümern Aachen und Limburg sowie für die Erfahrungen mit den „Pioniersplekken“ aus den Niederlanden gilt, lässt sich durchaus pauschalisierend ausweiten: Es ist in der Tat viel in Bewegung. Was kann grundsätzlich über diese Prozesse vergleichend und differenzierend ausge- sagt werden und welche groben Linien ergeben sich bei einer Betrachtung? Unterschiedliche Ausgangsintentionen All diese Zukunftsprozesse und Programme weisen an vielen Stellen im Hinblick auf zugrundeliegende Herausforderungen und Rahmenbedin- gungen große Übereinstimmungen und Schnittmengen auf, offenbaren jedoch zugleich auch auffällige Unterschiede. Sehr individuell und dadurch schwer vergleichbar scheinen mitunter die einzelnen Ausprägungen der Prozesse. Dies resultiert aus den spezi- fischen Ausgangssituationen, Prozessgestaltungen und Zielsetzungen der einzelnen Landeskirchen. Durch die verschiedenen Evaluationen und wis- senschaftlichen Begleitforschungen der Prozesse, unter anderem durch die CVJM-Hochschule in Kassel sowie das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD (SI) und das Institut für die Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) ist dies sehr gut dokumentiert. Eine um- 35