155 Beratungsstellen als „Brücke” zur Integration? Die Grenzen der Sozialberatung von Neuzugewanderten in Berlin 80 Cătălin Buzoianu Einleitung Die innereuropäische Migration von (un)qualifizierten Arbeitskräften wurde 2013 ein umkämpftes politisches Thema in der deutschen Öffentlichkeit, als auch Deutschland nach 7-jähriger Übergangsphase seinen Arbeitsmarkt für rumänische und bulgarische Unionsbürger*innen vollständig öffnete. Verschiedene politische Akteur*innen stellten dabei die allseits erwarteten Migrationsbewegungen von Ost nach West in direkten Zusammenhang mit einer künftigen Ausnutzung der Sozialleistungen durch prekarisierte Migrant*innen aus den beiden EU- Mitgliedsstaaten (vgl. Brühl und Haimerl 2014). Der Deutsche Städtetag (2013) veröffentlichte sogar ein Positionspapier, in dem er die vermeintliche Hilflosigkeit der Kommunen vor der bevorstehenden „Armutszuwanderung“ aus Osteuropa reklamierte. Weil diese Zuwanderung eine zusätzliche „Belastung“ der strukturschwächeren Städte darstelle, so lautete die Argumentation, würden jegliche finanziellen Ressourcen und Integrationsmaßnahmen benötigt werden, um „die Organisation und de[n] Erhalt des sozialen 80 Teile dieses Artikels wurden unter dem Titel „Europenii invizibili. Un raport din Berlin“ [Die unsichtbaren Europäer. Ein Bericht aus Berlin] auf der linkskritischen Online-Plattform Criticatac auf Rumänisch veröffentlicht (vgl. Buzoianu 2018). Der ursprüngliche Text wurde für den aktuellen Band umfangreich überarbeitet und ergänzt.