125 Ahrenholz, Bernt (Hrsg.): Kinder mit Migrationshintergrund. Spracherwerb und Fördermöglichkei- ten. Freiburg: Fillibach, 2007. – ISBN 978- 3-931240-42-4. 335 Seiten, € 23,00 Ahrenholz, Bernt (Hrsg.): Zweitspracherwerb. Diagnosen, Verläu- fe und Voraussetzungen. Freiburg: Filli- bach, 2008. – ISBN 978-3-931240-44-8. 302 Seiten, € 23,00 Ahrenholz, Bernt (Hrsg.): Deutsch als Zweitsprache. Vorausset- zungen und Konzepte für die Förde- rung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Freiburg: Fillibach, 2008. – ISBN 978-3-931240-43-1. 298 Seiten, € 23,00 (Havva Engin, Karlsruhe) Nicht erst seit den PISA- und IGLU- Studien steht die Deutschkompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt von Wissenschaft und Bil- dungspolitik; die Herausarbeitung der Ursachen von sprachlichen Defiziten so- wie die Formulierung von effektiven Fördermaßnahmen sind seit über zwei Dekaden ein Dauerthema. So genießen Forschungsarbeiten zum kindlichen Deutscherwerb und die Kon- zeption und Implementierung von Sprachfördermodellen große Aufmerk- samkeit und werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, auch weil in Folge des demographischen Wandels der Anteil von Menschen mit Migrationshin- tergrund weiter zunehmen wird. Bereits jetzt haben in Deutschland mittlerweile ca. 15,3 Mio. Menschen einen Migrations- hintergrund; das sind 18,6 % der gesam- ten Bevölkerung (vgl. Mikrozensus 2005). Dabei nimmt der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund in den jüngeren Alterskohorten zu und beträgt in der Gruppe der unter 6-Jährigen 32,5 %. Da- mit hat jedes dritte Kind in Deutschland einen Migrationshintergrund, in einigen Großstädten wie z. B. Stuttgart, Augs- burg oder Nürnberg bereits 50 %. Migra- tionsbedingte Zwei- bzw. Mehrsprachig- keit stellt in der Zwischenzeit einen Normalfall dar und verlangt eine ent- sprechende pädagogische Behandlung. Hinzu kommt, dass bisher eine erfolgrei- che Integration von Kindern und Jugend- lichen mit Migrationsgeschichte in das deutsche Bildungswesen nur unzurei- chend realisiert werden konnte, obgleich die überwältigende Anzahl bereits von Geburt an in Deutschland aufwächst (vgl. Bildung in Deutschland 2006). Als besonders schwierige Hürde für Migran- tenkinder erweisen sich die institutionel- len Übergänge. Gemeint sind: der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule; der Übergang von der Grundschule in die allgemeinbildende Schule; der Übergang von der allgemeinbil- denden Schule in die berufliche Ausbil- dung. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- ebene wurden in der Zwischenzeit Pro- gramme zur Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen eingerichtet und ihre Notwendigkeit wie folgt begründet (vgl. Nationaler Integrationsplan der Bundesre- gierung 2007: 46): »Ziel aller Maßnahmen ist die Verbesserung der Integration und der Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund – insbesondere durch die Unterstützung und Förderung der Sprachentwicklung von An- fang an und durch ausreichende Gelegen- heit, so früh wie möglich gute Deutsch- kenntnisse zu erwerben.« Die von Ahrenholz herausgegebenen drei Sammelbände, die im Folgenden besprochen werden, widmen sich daher einem aktuellen und bildungspolitisch höchsten Stellenwert genießenden The- menkomplex – der Verbesserung der Bildungssituation von Kindern mit Mi- Unauthenticated Download Date | 3/4/20 3:05 AM