1 Fabian Cremer, Torsten Roeder, Sybille Söring Digital Humanities “from Scratch” Herausforderungen der DH-Koordination zwischen Querschnittsaufgaben und “one-(wo)man-show” Einreichung zur „DHd 2019. multimedial & multimodal“, 6. Jahrestagung des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, Frankfurt & Mainz, 25.03. - 29.03.2019. Book of Abstracts: DHd 2019 Digital Humanities: multimedial & multimodal. Konferenzabstracts (Version 1.0), Zenodo, http://doi.org/10.5281/zenodo.2596095 Abstract Immer häufiger schaffen universitäre, akademische und andere wissenschaftliche Institutionen neue Stellen, um Aktivitäten im Bereich der Digital Humanities zu koordinieren und Infrastrukturen aufzubauen. Beginnt man heute damit ganz von vorn, sei es im Rahmen einer Querschnittsstelle, einer neuen Abteilung oder auch ohne offizielles Mandat, steht man vor anderen Voraussetzungen als vor einem Jahrzehnt. Während einige wenige Standorte inzwischen auf eine langjährig gewachsene DH- Infrastruktur zurückblicken können, stellt die Etablierung von DH-Strukturen “from scratch” im laufenden Betrieb hohe institutionelle, organisatorische, personelle und technische Anforderungen. Übergreifender Austausch, Vernetzung und Bündelung von Initiativen und Aktivitäten jenseits von Institutionen und Verbünden stehen jedoch bislang aus. In diesem moderierten Panel stellen die Beitragenden, die durch ihre Institutionen mit solchen Aufgaben betraut wurden oder diese initiieren, ihre bisherigen Herausforderungen, Erfahrungen und Lösungsansätze zur Diskussion, um aktuelle Desiderate zu identifizieren und sowohl Handlungsoptionen als auch mögliche Strategien aufzuzeigen – und damit einen Impuls für weiterführende Initiativen zu geben. 1. Einleitung Wenngleich Zentrumsbildung als ein Merkmal der Institutionalisierung der DH gilt (Sahle 2015), findet DH auch abseits solcher “Zentren” statt. Wie aktuelle Ausschreibungen zeigen, entsteht derzeit Koordinationsbedarf an vielen Standorten, die erst jetzt Strukturen aufbauen können oder wollen. Während auf Projektebene bereits Erfahrungsberichte und Best Practices vorliegen (Pitti 2004), wird die organisatorisch- strukturelle bzw. institutionelle Dimension in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwar im bibliothekarischen Kontext (Maier 2016), aber nur selten aus DH-Sicht reflektiert (im anglo-amerikanischen Raum: Posner 2016, Anne et al. 2017). Zudem basiert DH auf Interdisziplinarität und Kollaboration und resultiert in Koproduktionen, die nicht mehr auf eine Einzelperson zurückführbar sind (Unsworth 1997). In Kombination mit der methodologisch angelegten Überwindung der Disziplinengrenzen entsteht ein Spannungsfeld, das kommunikative Prozesse vor neue