Industrie 4.0 Management 38 (2022) 5 12 Digitale Anlagenplanung Die Herstellung von Wasser- Elektrolyseuren ist aktuell aufgrund der manufakturähnlichen Umsetzung kostenintensiv und fehleranfällig. Zusätzlich wird in [1] beschrieben, dass die Leistung von einzelnen Elektrolyse- Stacks für große Anlagen nicht ausreichend ist. Aus diesem Grund ist das modulare Verschalten von Stacks für das Erreichen großer Megawatt- Anlagen und zur Bereitstellung des entsprechenden Wasserstofbedar fs notwendig. Um den in [1] ermittelten Wasserstofbedar f, ca. 44 GW bis 2030, abdecken zu können, muss die Produktion solcher Anlagen auto- matisiert und standardisiert werden. Das H 2 Giga-Projekt (Übersicht: www.wasserstoff-leitprojekte.de/ leitprojekte/h2giga) HyPLANT100 befasst sich dabei mit der auto- matisierten Montage einzelner Elektro- lyseure zu großskaligen Elektrolyse- Anlagen. Der vorliegende Beitrag beschreibt ein exemplarisches Vorgehen zur Erstellung eines digitalen Zwillings auf Grundlage des Datenaustausch- formats Automation Markup Language (AML) (Nähere Informationen: www.automationml.org). Um die be- nötigten Parameter in AML zu erfassen, wird ein Referenzprozess mithilfe eines Produkt-Prozess-Ressourcen (PPR)-Mo- dells strukturiert. Datengetriebene Abbildung mithilfe von AML als Workfow Die abstrahierte Produktstruktur von Elektrolyseur-Anlagen für die Montage wird in Bild 1 dargestellt. Unterschied- liche Verfahrenstechniken in der Was- serstofproduktion nutzen dabei sehr ähnliche Produktgruppen, welche standardisiert werden könnten. Die Produktstruktur dient als Basis zur Ab- leitung einzelner Produktkomponenten für den Aufbau der Datenstruktur in AML. Anhand von Bild 1 lässt sich das Poten- zial der Standardisierung der einzelnen Verfahrenstechniken und deren Balan- ce of Plant (BoP, deutsch: Anlagenpe- ripherie) erkennen. Zwar unterscheiden sich die einzelnen Technologien im Aufbau des Elektrolyseurs, jedoch lässt die Abstraktion darauf schließen, dass verschiedene Teilkomponenten ge- meinsam genutzt werden können. Für die Standardisierung der Produktions- prozesse von Elektrolyseuren soll neben Automatisierte Montage großskaliger Wasser-Elektrolyseure Digitale Montageplanung für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft auf Grundlage von Produkt, Prozess und Ressource Patrick Adler, Daniel Syniawa, Malte Jakschik, Lukas Christ, Alfred Hypki und Bernd Kuhlenkötter, Lehrstuhl für Produktionssysteme, Ruhr-Universität Bochum Ein zentrales Element der Energiewende in Deutschland liegt in grünem Was- serstof. Wasser-Elektrolyseure wandeln durch die Erzeugung von Wasserstof elektrische Energie in chemische Energie um. Die aktuelle Produktion von Elektrolyseuren erfolgt meist manufakturähnlich. Im H 2 Giga-Projekt HyPLANT100 werden die Standardisierung der Montageprozesse sowie die Automatisierbar- keit der Anlagenmontage betrachtet. Durch eine digitale Planung und Vorbe- reitung einer Montage mit automatisierten, manuellen und kollaborativen Elementen, lässt sich die Herstellung von Wasser-Elektrolyseuren wirtschaftlich skalieren. In diesem Beitrag wird ein Referenzprozess aus der Elektrolyseur-Mon- tage ausgewählt und für die vollständige Abbildung einer Datenstruktur ana- lysiert. Die ermittelte Datenstruktur kann als Basis für einen digitalen Zwilling verwendet werden. Automated Assembly of Large-Scale Water Electrolyzers A key element of the energy transition in Germany lies in green hydrogen. The current production of electrolyzers is mostly done in a manufactory-like manner. By digital planning and preparing an assembly with automated, manual and collaborative elements, the manufacturing of water electrolyzers can be scaled economically. In this paper, a reference process from electrolyzer assembly is selected and analyzed for the complete mapping of a data structure. The determined data structure can be used as a basis for a digital twin. Keywords: digital plant design, product-process-resource model, digital product twin, automationML adler@lps.ruhr-uni-bochum.de www.lps.ruhr-uni-bochum.de Patrick Adler, M. Sc. arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Produktionssysteme. Daniel Syniawa, M. Sc. arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Produktionssyste- me. Malte Jakschik, M. Sc. arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Produktionssysteme. Lukas Christ, M. Sc. arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Produktionssysteme. Dr.-Ing. Alfred Hypki ist Oberingenieur am Lehrstuhl für Produkti- onssysteme an der Ruhr-Universität Bochum. Prof. Dr.-Ing. Bernd Kuhlenkötter leitet den Lehrstuhl für Produkti- onssysteme an der Ruhr-Universität Bochum.