Ergebnisse der Methodenkombination
bei Untersuchungen eines Fischschutz-
systems an einer WKA
In einem F&E-Projekt des Umweltbundesamtes am Neckar werden die „Arbeitshilfe zur Evaluierung
des Fischschutzes und Fischabstiegs“ und die darin enthaltenen methodischen Vorgaben einem
Praxistest unterzogen. Verschiedene Untersuchungsmethoden zur Beurteilung der Funktions-
fähigkeit werden verglichen und ergänzende Ansätze eingesetzt. Dabei ist die Funktion des lokalen
Fischschutzsystems, bestehend aus einem horizontal schräg angeströmten Fischschutzrechen und
einem als Fischschleuse ausgeführten Bypass zu bewerten. Die Daten des ersten Untersuchungs-
jahres liefern Einblicke in das Verhalten der Fische am Fischschutzrechen und die Wirkung des
Fischschutzsystems.
Falko Wagner, Johannes Körnig, Peter Warth und Wolfgang Schmalz
1 Problematik und Fragestellung
Zur weiteren Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit
der Fließgewässer besteht die dringende Notwendigkeit, den
Fischschutz und Fischabstieg nach dem derzeitigen Stand des
Wissens ([2], [3], [4]) auf seine Wirksamkeit hin zu überprüfen
und Standards für häufge Standortsituationen zu entwickeln.
Hierfür sind methodische Ansätze erforderlich, die valide und
reproduzierbare Daten liefern, um einen Vergleich der Efzienz
unterschiedlicher Fischschutz- und Abstiegskonzepte zu
gewährleisten. Aufauend hierauf sind Empfehlungen für Vor-
zugslösungen nötig. Die „Arbeitshilfe zur standörtlichen Evalu-
ierung des Fischschutzes und Fischabstieges“ [1] liefert einen
Überblick über aktuell verfügbare Untersuchungsmethoden und
gibt Empfehlungen zur Planung eines standortspezifischen
Untersuchungsdesigns.
In einem durch das Umweltbundesamt (UBA) geförderten
F&E-Vorhaben werden diese Arbeitshilfe und ein Teil der darin
berücksichtigten Untersuchungsmethoden an einer Wasser-
krafanlage am Neckar auf Praxistauglichkeit getestet. Dabei
werden sowohl die Planungswerkzeuge für das Untersuchungs-
design als auch die verschiedensten Untersuchungsmethoden
(Tabelle 1 ) einer Überprüfung unterzogen. Das Forschungspro-
jekt begann 2017 und wird bis 2019 laufen. Durch die Berück-
sichtigung der Ergebnisse von Forschungsprojekten, die zeit-
gleich an anderen Standorten Deutschlands laufen [5], fießen
im Untersuchungsprozess zusätzliche, neue methodische
Erkenntnisse ein.
Neben dem Test der Arbeitshilfe wird das Fischschutz- und
Abstiegskonzept am Standort evaluiert, gegebenenfalls Prob-
leme identifziert und Optimierungsvorschläge erarbeitet. Die
ersten Ergebnisse der Freilanduntersuchungen von 2017 liegen
vor und sind ausgewertet. Am Standort kamen bisher sieben
Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Am Beispiel der Ergeb-
nisse des Netzfangs und der Radiotelemetrie werden eine erste
Bilanz des Methodeneinsatzes gezogen sowie die Leit- und
Schutzwirkung des Fischschutz- und -abstiegssystems am
Standort anhand der vorläufgen Ergebnisse bewertet.
Kompakt
¾ Die Kombination von Radiotelemetrie und Netz-
fängen zur Bewertung des Fischschutzsystems erwies
sich als sinnvoll.
¾ Es wurden mögliche Hinweise auf Lernefekte bei
den telemetrierten Fischen aufgedeckt.
¾ Der horizontale Leitrechen hat eine sehr gute Leit-
und Schutzwirkung.
Bild 1: Blick auf den Wasserkraftanlagenstandort im Neckar mit
Fischschutzrechen, Bypass, Leerschuss und Maschinenhaus mit
zwei Kaplan-Turbinen
© IGF, Luftbild: Esri
FORSCHUNG | GEWÄSSER
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