BUCHBESPRECHUNG
https://doi.org/10.1007/s11616-018-00468-w
Publizistik (2019) 64:113–115
Beck, Ulrich: Die Metamorphose der Welt
Berlin: Suhrkamp 2017. 267 Seiten. Preis: C 25
Friedrich Krotz
Online publiziert: 21. Dezember 2018
© The Editors of the Journal 2018
Ulrich Beck kann man bekanntlich als Begründer und Vertreter einer soziologischen
Theorie der Nebenfolgen betrachten. Mit den global ausgerichteten Konzepten etwa
der „Risikogesellschaft“ und der „Reflexiven Modernisierung“ hat er empirisch und
theoretisch daran gearbeitet, die in seiner Perspektive zentralen Problemlagen der
zunehmend aus den Fugen geratenden Moderne zu rekonstruieren und nach Wegen
zu suchen, wie die Bedrohungen für die Menschheit, die sich daraus ergeben, in
Chancen umgewandelt werden können. Becks Grundannahme ist, dass die Indus-
triegesellschaften schon seit langer Zeit immer mehr Entwicklungsschritte vollzogen
haben, deren Nebenfolgen absichtlich oder unabsichtlich ausgeblendet worden sind:
die goods der industriellen Entwicklung standen stets im Vordergrund, während die
damit verbundenen bads, wie Beck sich ausdrückt, ignoriert, individualisiert und
privatisiert wurden. Sein zentrales Beispiel dafür war und ist der Klimawandel, aber
auch beispielsweise die Gentechnologie oder die digitalen Medien werden ange-
sprochen.
In seiner 2017 auch auf Deutsch erschienenen Monographie versucht Beck nun,
ein allgemeineres soziologisches Konzept im Hinblick auf diese Sachverhalte zu
entwickeln. Dafür wählt er ,Metamorphose‘ als Kernbegriff für eine Theorie mittle-
rer Reichweite – als frühere Beispiele für Metamorphosen versteht er die sogenannte
Achsenzeit (ca. 800–200 v.u.Z., in der in den damaligen Hochkulturen der moder-
ne Mensch entstanden sein soll), die Französische Revolution sowie die koloniale
Transformation, also Umwälzungen, die völlig neue Formen individueller Selbst-
verwirklichung und gemeinschaftlichen Zusammenlebens ermöglichten. Ein derart
grundlegender Begriff ist nach Beck notwendig, weil die bisher in der Soziologie
Prof. em. Dr. habil. F. Krotz ()
Zentrum für Medien, Kommunikation und Information, Universität Bremen,
Linzer Str. 4, 28359 Bremen, Deutschland
E-Mail: krotz@uni-bremen.de
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