Ζ. Phon. Sprachwiss. Kommun.forsch. (ZPSK), Berlin 45 (1992) 2, 122-136 JOSE LUIS ITURRIOZ LEZA (Guadalajara) Zur Morphologischen Kodierung der Partizipationstechniken im Huichol 1. Allgemeine Bemerkungen DiezyxwvutsrponmlkihgfedcbaZWVUTSRPONMLKIHGFEDCBA Komplexität der Verbmorphologie im Huichol zeigt sich einerseits an der Anzahl der Morpheme, die zu einem grammatischen Wort verknüpft werden können. Grammati- sche Formen, die sich aus zehn oder zwölf Gliedern zusammensetzen, sind keine Selten- heit; Verben, die eine effektive Handlung bezeichnen, können Ketten bilden, die sich aus über 20 grammatischen Morphemen zusammensetzen, und wenn man Klitika dazurech- net, dann gelangt man zu Verkettungen von beinahe dreißig Gliedern. (1) ya-tsrmiea me- pi-te- ta- tsi-he- ti- xaki- te- tui- rie- tsi ITS S. 3PL AS SKAL 1PL O INVPL 0 Tel. PL tr. ORNDEAG -tia- xia- xime- kai- ti- kaku- ri - xia ( = tsi = ri = ki = ri) KAUS PL S CON IPF KONV doch schon schade 'Schade, daß sie doch schon anfangen wollten, uns ihnen das Geschirr bringen zu lassen' Andererseits haben Affixe in der Regel verschiedene Bedeutungen, und dementsprechend ändern sie auch ihre Kombinationsmöglichkeiten, so daß man nicht durch eine einfache Regel angeben kann, mit welchen anderen Affixen ein gegebenes Affix eine höhere Ein- heit bilden kann. Auf formaler Ebene führt das zur Ausbildung vonvutronmkihgedcaPHF Hierarchien von Paradigmen, inhaltlich zu Hierarchien von Funktionen. Die Kombinatorik läßt sich nicht durch ein einheitliches Schema von Positionen und Substitutionsklassen repräsen- tieren. Die sieben (halbfett gedruckten) Morpheme können als Exponenten der Dimen- sion PARTIZIPATION fungieren, und einige teilen diese zwei Eigenschaften. Huichol entfernt sich in mehrfacher Hinsicht vom agglutinierenden Idealtyp, wenn die- ser nach der herkömmlichen Auffassung unter anderem in einer eineindeutigen Bezie- hung der Ausdrucks- und Inhaltsebene besteht. In weiten Teilen der Verbmorphologie stellen wir fest, daß a) eine Funktion durch verschiedene Morpheme ausgedrückt wird, deren komple- mentäre Verteilung von mehreren Faktoren abhängt, die Bedeutung des Lexems einge- schlossen; b) eine Funktion durch das Zusammenwirken mehrerer nebeneinander vorkommender, einander ergänzender Morpheme erfüllt wird, die dadurch funktionale Ketten bilden; c) ein Affix mehreren Funktionen als Exponent dienen kann, die sich in einer Hier- archie ordnen lassen; Brought to you by | New York University Bobst Library Technical Services Authenticated Download Date | 6/10/15 8:39 PM