Doppelbesprechung Tacit knowledge: individualisiert und „präsentifiziert“– Neue Perspektiven auf das implizite Wissen Frank Adloff, Katharina Gerund, David Kaldewey (Eds.), Revealing Tacit Knowled- ge. Embodiment and Explication. Bielefeld: transcript 2015, 308S., kt., 39,99€ Stephen P. Turner, Understanding the Tacit. London: Routledge 2014, 234S., gb., 77,00€ Besprochen von Anastassija Kostan, M.A.: Wissenschaftliche Hilfskraft, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main, E˗ Mail: kostan@em.uni-frankfurt.de und PD Dr. Peter Wehling: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main, E˗ Mail: wehling@em.uni-frankfurt.de DOI 10.1515/srsr-2017-0031 Schlüsselwörter: Implizites Wissen, Praxistheorien, Körper Obwohl der Begriff schon in den 1950er und 60er Jahren von Michael Polanyi geprägt wurde, ist tacit knowledge vor allem in den letzten Jahren zum Gegen- stand intensiver philosophischer, sozial- und kulturwissenschaftlicher Debatten geworden – in der Soziologie nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Konjunktur praxistheoretischer, pragmatistischer, phänomenologischer und körpersoziologi- scher Perspektiven. Stephen Turners Understanding the Tacit sowie der von Frank Adloff, Katharina Gerund und David Kaldewey herausgegebene interdisziplinäre Band Revealing Tacit Knowledge sind Teildieser aktuellen Diskussionen und zielen darauf, das Verständnis von implizitem Wissen (oder allgemeiner: des Impliziten) durch neue Sichtweisen zu präzisieren und zu vertiefen. Dass beide Bücher ihrerseits auch neue Fragen und Unklarheiten aufwerfen, können wir in diesem Rahmen nur andeuten. Der US-amerikanische Philosoph Turner ist seit seinem Buch The Social Theory of Practices (1994) bekannt als scharfer Kritiker philosophischer und soziologischer Praxistheorien sowie zumindest bestimmter Auffassungen von implizitem Wissen. Understanding the Tacit ist in drei Teile gegliedert. Teil I: Two Key Philosophical Issues: Underdetermination and Understanding Others; Teil II: Critiques: Practices, Meanings, and Collective Objects; Teil III: The Alternative: Soziologische Revue 2017; 40(2): 234–243 OLDENBOURG Brought to you by | Goethe Universität Authenticated Download Date | 10/19/17 11:46 AM