REZENSION https://doi.org/10.1007/s11615-018-0097-5 Polit Vierteljahresschr (2018) 59:601–604 Politische Theorie und Ideengeschichte Amberger, Alexander, und Thomas Möbius (Hrsg.) (2017): Auf Utopias Spuren – Utopie und Utopieforschung. Festschrift für Richard Saage zum 75. Geburtstag Wiesbaden: Springer VS. 430 Seiten. 69,99 C Reinhard Heil Online publiziert: 5. Juli 2018 © Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft 2018 Alexander Amberger und Thomas Möbius haben den 75. Geburtstag des bekannten Utopieforschers Richard Saage genutzt, um diesen zu ehren und sich mit 21 weite- ren Autorinnen und Autoren „Auf Utopias Spuren“ zu begeben. Entstanden ist so ein Band, dessen Beiträge durchweg lesenswert und von hoher Qualität sind und die deutlich machen, wie breit gefächert die deutschsprachige Utopieforschung ist. Mit dem letzten Punkt ist bereits die einzige Schwäche des Bandes angesprochen, die, mit wenigen Ausnahmen, Beschränkung auf deutschsprachige Autorinnen und Au- toren, die sich jedoch nicht negativ auf die Themenvielfalt und -breite auswirkt. Die Beiträge sind in vier Themenblöcke aufgeteilt: Thomas Morus’ „Utopia“ und fünf Jahrhunderte Utopie; Utopie in der Ideengeschichte; Utopie in politischer Theorie und Praxis und Utopie in der Moderne. Im Folgenden wird eine kleine Auswahl an Beiträgen vorgestellt, die den Interessen des Rezensenten folgt und nicht als Abwertung der nicht besprochenen Beiträge verstanden werden sollte. Hinter dem eher biederen Titel „Thomas Morus und die Herausgeber – Wer schuf den Utopiebegriff?“ verbirgt sich ein Text, den der Rezensent gerne verfilmt sähe oder vom leider verstorbenen Umberto Eco in Romanform gebracht. Thomas Schölderle gelingt es, dem Ursprung des Utopiebegriffs auf eine Art und Weise nachzugehen, dass man zum einen ständig wissen möchte, wie es denn jetzt weiter- geht und zum anderen, wie bei einem guten Roman, tatsächlich enttäuscht ist, wenn man den Text ausgelesen hat. Schölderle zeichnet zuerst die bekannte These nach, dass der Titel „Utopia“ nicht auf Morus selbst zurückgehe, sondern auf Erasmus von Rotterdam, und dass er, enttäuscht von den Eingriffen des großen Humanisten Erasmus in den Text, sich von seinem eigenen Werk distanziert habe. Im Anschluss an die Rekonstruktion der These beginnt der Krimi: Schölderle begibt sich auf die R. Heil () Karlsruhe, Deutschland E-Mail: reinhard.heil@kit.edu K