that made a case for bringing gender analysis to theory and research in economic anthropology, a subfield that proved particularly resistant to feminist insights. The later work, an article from 2012, offers a comparative study of gender, race, and cultural tourism in Peru and Mexico. Both these pieces consider women’s work and the salience of gender analysis, but also embrace a con‐ sideration of indigenous identity and cultural represen‐ tation. Of particular interest is the discussion of how these works were received at the time; i. e., as some scholars feared that her argument about Andean women, who work in the tourist industry to their own advantage, was not critical enough of the fraught power balances characterizing Latin America. Of importance here is also Babb’s discussion of the tensions between intersec‐ tional analysis problematizing the notion of women as a unified category on the one hand, and decolonial femi‐ nists’ challenging of the concept of gender as a colonial construction on the other; as well as the attempt by Babb and others of bringing these critical perspectives together. In the concluding chapter, Babb summons the threads to argue for a decolonial feminist anthropology that can generate continuing debate and engaged prac‐ tice vis-à-vis Andean women. While Babb occasionally may seem to take too lightly on the multi-layered and structural restraints for a decolonial feminist endeavor (i. e., related to the political economy of research fund‐ ing and credit reward systems, as well as the epistemo‐ logical and methodological divides that underlie the call for a decolonial feminist anthropology in the first place), she uses the conclusion to address some such re‐ straints, for instance, by addressing the relative silence from urban feminists after Fujimori’s forced steriliza‐ tion campaign among indigenous women in the 1990 s. While hence importantly addressing some epistemic di‐ vides and challenges, the book does not fully address the status of gender perspectives in current mainstream anthropology, which was well-established by the 1990 s, but appearing more scattered today and especially in re‐ lation to the “turn to ontology” in anthropology. This surely does not reduce the value of Babb’s argument, as her intention is precisely to set the stage for continued debate and engagements. Indeed, the book offers impor‐ tant insights by providing a meta-reflection about con‐ ceptual, epistemological, and methodological tendencies and shifts. It will be a valuable source of inspiration and debate for experienced scholars and activists as well as novices for decades to come. Cecilie Vindal Ødegaard (cecilie.odegaard@uib.no) Bachmann-Geiser, Brigitte: Geschichte der Schwei‐ zer Volksmusik. Basel: Schwabe Verlag, 2019, 399 pp. ISBN 978-3-7965-3853-7. Preis: € 64,00 Mit der “Geschichte der Schweizer Volksmusik” legt die Schweizer Volkskundlerin Brigitte Bachmann-Gei‐ ser ihre umfangreichste Arbeit vor, die gleichzeitig eine Gesamtschau ihrer über rund 45 Jahre betriebenen For‐ schungen zur Schweizer Volkskultur, insbesondere zu Musikinstrumenten, darstellt. Wie im Vorwort selbst er‐ wähnt, ist die Monografie keine “Geschichte” im chro‐ nologischen Sinne, sondern eine Abfolge von vierzehn in sich geschlossenen, thematischen Kapiteln. Diese umspannen verschiedene Volksmusikinstrumente (zum Beispiel Alphorn, Hausorgel, Zither, Hackbrett), Musik‐ praktiken (etwa Betruf, Jodeln, Volkslied, Blasmusik‐ wesen) sowie Ausführungen zur “Erneuerung der Volksmusik” und “Musik im Kalenderbrauch”. Ebenda zeigt sich der weit gefasste Volksmusikbegriff, unter dem Viehschellen, Kirchenglocken, aber auch Kinder- und Substitutinstrumente miteinbezogen werden. Bei Letzteren handelt es sich um Haushaltsgegenstände und Handwerksutensilien, die zu musikalischen Zwecken umfunktioniert werden. Historisch greift die Dokumen‐ tation der Quellen sowohl vor die Gründung der Schweiz als auch vor die Entstehung des Begriffs Volks‐ musik zurück, so werden archäologische Funde von Rasseln (1.000 v. Chr.) sowie Schellen und Panflöten aus der römischen Periode auf dem Gebiet der heutigen Schweiz beschrieben und bebildert. Die 400-seitige Monografie ist mit 187 Abbildungen reich illustriert. Auf zwei CDs ermöglichen 97 Tonbei‐ spiele die klangliche Erfahrung der dokumentierten In‐ halte. Die reichhaltige Fülle an Materialien zeichnet ein lebendiges und zugleich komplexes Bild der Schweizer Volksmusik und erleichtert dank der audiovisuellen Ver‐ mittlung den Zugang zur Thematik. Die Diversität der Themen und Materialien widerspiegelt die Forschungs‐ biografie der Autorin, deren Schwerpunkte sich auf die Gewichtung der Kapitel auswirken. So werden einzelne Instrumente, insbesondere das Alphorn, die Zither und die Viehschelle, umfangreich auf zehn bis zwanzig Sei‐ ten dargestellt, während etwa die Ländlermusik nur am Rande beschrieben und der Büchel lediglich in einzel‐ nen Sätzen erwähnt wird. Diese Gewichtung, welche der Leserschaft arbiträr erscheinen mag, wurde bereits vom Musikethnologen Dieter Ringli in einer Rezension (“Beeindruckende Materialsammlung” Schweizerische Musikzeitung [26.06.2019]) kritisiert, zusammen mit dem Umstand, dass der Forschungsstand weitgehend dem des ausgehenden 20. Jh.s entspricht und neuere Strömungen und Forschungsergebnisse nur sporadisch einfließen. Die “Geschichte der Schweizer Volksmusik” ist aus volkskundlicher Sicht insbesondere dadurch interessant, dass die Musikpraktiken in Zusammenhang mit dem Brauchtum und in einigen Fällen auch mit wirtschaftli‐ chen beziehungsweise touristischen Interessen darge‐ stellt werden. Dies äußert sich insbesondere in den Ka‐ piteln über den Kuhreihen, die Viehschellen, die Kir‐ chenglocken und die Musik im Rahmen der Kalender‐ bräuche, wobei in letzterem die Ausführungen über “Fasnachtsbräuche” hervorgehoben werden kön‐ nen. Aufgrund des weiten Felds, das innerhalb der Mono‐ grafie abgesteckt wird, bleiben die einzelnen Praktiken notwendigerweise auf zusammenfassende Informatio‐ nen und ausgewählte Details beschränkt, allerdings Book Reviews 197 Anthropos 115.2020