Die singuläre Optimierung des Fahrzeugs allein wird die Kunden in Zukunft
nicht mehr zufrieden stellen. Das Fahrzeug muss vielmehr in das Ökosystem
eingebettet gedacht und entwickelt werden, um ihnen einen wirklichen Mehr-
wert zu liefern. Das Fraunhofer IAO und die Universität Stuttgart beschreiben,
was dies für die Fahrzeug- und Mobilitätsentwicklung bedeutet und welche
Wege dafür beschritten werden müssen.
NEUE PERSPEKTIVEN IN DER
FAHRZEUGENTWICKLUNG
Im Bereich der Mobilität ergeben sich
ständig neue Trends und Herausforde-
rungen. Vor einiger Zeit wurde in der
Automobilindustrie die Abkürzung
ACES geprägt, die für eine autonome,
vernetzte, elektrifzierte und gemein-
sam genutzte Mobilität (Autonomous,
Connected, Electrifed, Shared) steht.
Es wurden Forschungsinitiativen gestar-
tet; neue Produkte und Akteure kamen
auf den Markt [1-3]. Doch während diese
Aspekte nach wie vor aktuell sind, kom-
men zugleich neue Themen auf: So be-
fasst sich die laufende Diskussion nun
auch mit Drohnen und anderen Trends
wie dem Recycling von Batterien oder der
Kreislaufwirtschaft. Diese Trends schei-
nen nun auch bedeutende Auswirkungen
auf das Fahrzeug als Produkt zu haben.
Allerdings sind diese oftmals nicht un-
mittelbar erkennbar, da der Entwicklungs-
und Innovationsschwerpunkt nach wie
vor auf das Fahrzeug als zentrales Element
des Werteversprechens ausgerichtet ist.
Doch diese Sichtweise steht ebenfalls vor
einem Wandel, von der Produktsicht hin
zu einer Sichtweise, die das Produkt und
das zugehörige Ökosystem gemeinsam
betrachtet. Diese neue Perspektive lässt
sich am besten mit einem kurzen Blick
in die Historie erläutern.
Spätestens seit der berühmten Fließ-
bandfertigung von Henry Ford wird das
Auto als eine Gruppe zusammengefügter
Komponenten betrachtet, BILD 1 (a). Über
viele Jahre hinweg bildete die Optimie-
rung dieser Komponenten, beispielsweise
hinsichtlich der Herstell- oder Montage-
kosten, die Grundlage für den Erfolg
Umbruch in der Fahrzeugentwicklung –
Systemdenken als Schlüsselfaktor
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ENTWICKLUNG NEUE MOBILITäT
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