156 | FORSCHUNGSJOURNAL SOZIALE BEWEGUNGEN 26. Jg. 2 | 2013 Pulsschlag tion der Tafeln. Aktuelle Diskussionsbeiträge aus Theorie und Praxis der Tafeln. Wiesba- den: VS, 109-120. Luhmann, Niklas 1996: Protest. System- theorie und soziale Bewegungen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. o.A. 2003: „Tafelfreuden“. In: STERN, 50, 97ff. Raschke, Joachim 1987a: Zum Begriff der sozialen Bewegung. In: Roth, Roland/Rucht, Dieter (Hg.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt a.M.: Campus, 19-29. Raschke, Joachim 1987b: Soziale Bewe- gungen. Ein historisch-systematischer Grund- riss. Frankfurt a.M.: Campus. Rucht, Dieter/Neidhardt, Friedhelm 2003: Soziale Bewegungen und Kollektive Aktionen. In: Joas, Hans (Hg.): Lehrbuch der Soziolo- gie. Frankfurt a.M.: Campus, 553-556. Rucht, Dieter 2009: Neue soziale Bewe- gungen. In: Andersen, Uwe/Woyke, Wichard (Hg.): Handwörterbuch des politischen Sys- tems der Bundesrepublik Deutschland. Wies- baden: VS, 464-468. Selke, Stefan 2013: Schamland. Die Armut mitten unter uns. Berlin: ECON. Stehr, Nico 2007: Die Moralisierung der Märkte. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. Tuider, Elisabeth 2008: Umarmter Protest. Soziale Bewegungen in Mexiko zwischen dis- kursiver Vereinnahmung und eigensinniger Widerstandsfähigkeit. In: Eickelpasch, Rolf/ Lobato, Philipp Ramos/Rademacher, Claudia (Hg.): Metamorphosen des Kapitalismus - und seiner Kritik. Wiesbaden: VS, 239-252. Werth, Sabine 1998: Die Tafeln in Deutsch- land. In: Forschungsjournal Neue Soziale Be- wegungen, Heft 2, 68-73. Witt, Rainer 2011: Die Dienstleistung der Tafeln als Premiummarke. In: Selke, Stefan/ Maar, Katja (Hg.): Transformation der Tafeln. Wiesbaden: VS, S. 85-102. ANALYSE ................................................................................................................................. Was ist eine resiliente Gesellschaft? Plädoyer für ein neues Konzept sozialer Zukunftssicherung in Krisenzeiten Der Resilienzbegriff im Kontext sozialer Innovations-Bewegungen Ob Schuldenkrise, Klimawandel, wachsende soziale Ungleichheit, Instabilität der Finanz- märkte oder Energieversorgungssicherheit – im Zeitalter der Globalisierung sehen sich die Gesellschaften von heute vielfältigen Heraus- forderungen gegenüber. Bislang hielten For- schung und Politikberatung dabei ihren Blick auf „Risikofaktoren“ gerichtet. Demgegenüber bestehen aber noch kaum Erkenntnisse über „Schutzfaktoren“, die eine Gesellschaft befä- higen, mit einer komplexen und ungewissen Umwelt umzugehen und flexibel Krisen zu widerstehen. Ein Perspektivenwechsel weg von der Frage „Wie entstehen Krisen und wie rea- giere ich auf sie?“ hin zur Frage „Wie entsteht Gesundheit und wie entwickle ich Widerstands- fähigkeit gegenüber Krisen?“ wurde aber bereits in den 1970er Jahren in der Pädagogik ange- stoßen. Sie wird inzwischen auch auf Unter- nehmens- und zum Teil auf Stadtkontexte über- tragen. Einen wesentlichen Beitrag leistet hierbei der zunehmend im Nachhaltigkeitsdis- kurs Fuß fassende Begriff der „Resilienz“ (lat. „resilire“ = abprallen). Oft übersetzt mit „Wi- derstandsfähigkeit“ oder „Zukunftsfähigkeit“, wird Resilienz zumeist verstanden als die Fä- higkeit eines Systems, Krisen durch Rückgriff auf eigene Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Der Resilienzbegriff wurde in den 1950er Jahren in den Naturwissenschaften eingeführt und danach in der Psychologie und Pädagogik übernommen. Eine der bekanntesten Anwen- dungen ist die Langzeitstudie der Entwicklungs- psychologin Emmy E. Werner, um zu erklä- ren, warum einige Kinder der Hawaii-Insel Kauai, die unter extrem widrigen Umständen Brought to you by | King's College London Authenticated Download Date | 12/12/17 11:43 AM