14 th International Conference on Wirtschaftsinformatik, February 24-27, 2019, Siegen, Germany Digitale Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln: Eine verbraucherinformatische Studie Stephanie Vonholdt 1 , Gunnar Stevens 2 , Karoline Kleih 1 , und Alexander Boden 3 1 Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Wirtschaftswissenschaften, Sankt Augustin, Deutschland Stephanie.Vonholdt@h-brs.de, karoline.kleih@smail.wis.h-brs.de 2 Universität Siegen, IT-Sicherheit und Verbraucherinformatik, Siegen, Deutschland Gunnar.Stevens@uni-siegen.de 3 Fraunhofer Institute for Applied Information Technology FIT, Department of User-Centered Computing, Sankt Augustin, Deutschland alexander.boden@fit.fraunhofer.de Abstract. Die Globalisierung führt zu immer komplexeren, für die Einzelnen kaum nachvollziehbaren Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelindustrie. Zugleich eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten, Informationen entlang der Kette zu sammeln, und so mehr Transparenz und Vertrauen für den Verbrau- cher beziehungsweise die Verbraucherin zu schaffen. Jedoch finden Verbrau- cherinformations-Apps wie fTRACE bisher nur eine geringe Verbreitung. Daher haben wir in einer qualitativen Studie mit 16 Teilnehmer/-innen Bedürfnisse und Nutzungshürden von Verbraucher/-innen im Zusammenhang mit Verbraucherin- formations-Apps analysiert. Es zeigt sich, dass das Vertrauen in die Informatio- nen, sowie der einfache Zugang dazu für Verbraucher/-innen zentral sind. Durch die gut sichtbare Bereitstellung der Informationen am Point-of-Sale, sowie der automatisierten Informationsversorgung z. B. mittels digitaler Kassenzettel in Kombination mit weiteren Verbraucher-Services kann die Bekanntheit und Ak- zeptanz von Rückverfolgbarkeitssystemen weiter gesteigert werden. Keywords: Traceability, Lebensmittelindustrie, Supply Chain Management, Verbraucherinformatik. 1 Einleitung Durch die komplexer werdenden Wertschöpfungsnetzwerke einer globalisierten Nah- rungsproduktion und -distribution, das Aufkommen genetisch veränderter Organismen (GVO), sowie wiederkehrende Lebensmittelskandale (BSE, „Gammelfleisch“, Pferde- fleisch in als Rindfleischprodukten deklarierten Lebensmitteln, etc.) steigt die Nach- frage nach einer besser nachprüfbaren Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln. Ins- besondere bei tierischen Produkten ist das Wissen um eine tiergerechte Haltung, sau- bere Verarbeitung und Frische zu einem wichtigen Kaufkriterium für Verbraucher/- innen geworden. Um dem Wunsch der Verbraucher/-innen nach einer gleichbleibenden Versorgung mit hochwertigen, sicheren und nährstoffreichen Lebensmitteln gerecht zu 1508