Der Ophthalmologe Originalien Ophthalmologe https://doi.org/10.1007/s00347-019-0909-z © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 K. T. Boden 1 · A. Rickmann 1 · F. N. Fries 2 · K. Xanthopoulou 2 · D. Alnaggar 2 · K. Januschowski 1,3 · B. Seitz 2 · B. Käsmann-Kellner 2 · J. Schrecker 4 1 Augenklinik Sulzbach, Knappschaftsklinikum Saar, Sulzbach, Deutschland 2 Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar, Deutschland 3 Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, Deutschland 4 Klinik für Augenheilkunde, Rudolf-Virchow-Klinikum, Glauchau, Deutschland Evaluierung eines VR-Simulators zum Erlernen der direkten Ophthalmoskopie in der studentischen Lehre Zusatzmaterial online Die Online-Version dieses Beitrags (https:// doi.org/10.1007/s00347-019-0909-z) enthält zusätzlich die Checkliste für Prüfer „OSCE: Direkte Spiegelung Augenhintergrund“. Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen im elektronischen Volltextarchiv auf https://www.springermedizin.de/der- ophthalmologe zur Verfügung. Sie finden das Zusatzmaterial am Beitragsende unter „Supplementary Material“. Hintergrund und Fragestellung Die Fundoskopie ist eine der fundamen- talsten Untersuchungsmethoden in der Augenheilkunde. Während die indirekte Fundoskopie hauptsächlich von Oph- thalmologen genutzt wird, findet die direkte Ophthalmoskopie im klinischen Alltag der anderen klinischen Fachdiszi- plinen selten Anwendung (wie z.B. Be- urteilung einer Stauungspapille), da die Fähigkeit einer qualitativ ansprechenden Beurteilung sehr unterschiedlich ausge- bildet ist. Dies ist zumeist einer man- gelnden qualitativen bzw. quantitativen Ausbildung geschuldet. Dank moderner Techniken besteht ggf. auch ein gerin- gerer Lernbedarf für die Verwendung eines direkten Ophthalmoskops, da die digitale Netzhautfotografie einfacher und kostengünstiger wird [1]. Dennoch sollten Studierenden die Fertigkeiten entwickeln zu erkennen, wann eine Un- tersuchung notwendig ist, und ggf. an einen Ophthalmologen verweisen [1]. Den ersten Kontakt zu dieser Untersu- chungstechnik bekommen Studierende in der Regel im Blockpraktikum für Au- genheilkunde. Alternative Lehrkonzepte, wie z. B. ein simulatorgestütztes Training, könnten dabei einen effektiveren Einsatz von zeitlichen und personellen Ressour- cen ermöglichen. Dies betrif sowohl den Bereich der studentischen Lehre als auch den der Weiterbildung junger Assistenz- ärzte unterschiedlicher Disziplinen. Die limitierenden Faktoren, durch die das Erlernen der Fundoskopie of nicht für alle Studierenden in ausreichendem Umfang möglich ist, sind vielfältig. Im Studentenunterricht wird ofmals ein ge- genseitiges Fundoskopieren praktiziert, was a priori das Erkennen von patho- logischen Befunden weitestgehend aus- schließt. Zum anderen ist das Erzeugen einer Mydriasis für ein effektives anfäng- liches Üben essenziell. Dies kann für die betroffenen Studenten aufgrund einer möglichen Blendung und Visusminde- rung nachteilig sein während des Prakti- kums sowie darüber hinaus im Alltag anschließend einschränkend sein. Der zeitliche Rahmen, der durch zusätzliche Vorlesungen oder Kurse der Studieren- den vorgegeben ist, bedingt of auch, dass Studierende, die sich tiefgreifender mit dieser Technik beschäfigen wollen, be- reits durch wartende Kommilitonen oder die folgende Lerneinheit bedrängt wer- den. Ein weiterführendes Training au- ßerhalb der Praktikumszeiten ist dabei für Studierende nicht immer sofort um- setzbar. Bei allen hier genannten Aspekten kann ein Simulator, der unabhängig von Dozenten und Lehrplänen genutzt werden kann, eine effektive Option dar- stellen. Das Ziel dieser Arbeit bestand da- rin, die Effektivität und die Akzeptanz hinsichtlich des Erlernens der direkten Ophthalmoskopie am Simulator im Ver- gleich zur klassischen Lehrmethode bei den Studierenden zu evaluieren. Studiendesign und Unter- suchungsmethoden Im Rahmen des Blockpraktikums für Augenheilkunde im Wintersemester 2017/18 nahmen insgesamt 34 Studie- rende des 7. Semesters an dem Projekt teil. Pro Tag erklärten sich zwischen 5 und 8 Studierende zur Teilnahme bereit. Es wurden jeweils 2 willkürlich rando- misierte Gruppen gebildet. Eine Gruppe erhielt die klassische Ausbildung (Grup- pe 1), die zweite Gruppe eine Ausbildung am Simulator (Gruppe 2; Eyesi, VRma- gic, Mannheim). Keiner der Probanden hatte praktische Vorkenntnisse in der Ophthalmoskopie. Die Unterrichtsein- heit einschließlich Überprüfung der erworbenen Kenntnisse dauerte jeweils 45 min. Es erfolgte zunächst eine Einfüh- Der Ophthalmologe