EVANGELIUM UND SCHULGEMEINDE Isolde Karle Evangelium und Erziehung Eine systemtheoretische Perspektive auf die evangelische Schule Religion und Schule Die Handreichung der EKD zu Schulen in evangelischer Trägerschaft formu- liert hohe Ansprüche an die konfessionsgebundenen Schulen: Es sollen Schu- len sein, in denen Kinder und Jugendliche nicht nur erzogen und ihre Leis- tungen zensiert und bewertet werden. Es sollen vielmehr Schulen sein, die „den christlichen Glauben in der gesamten Arbeit der Schule ausdrücklich als Bekenntnis voraussetzen und im schulischen Alltag ein christliches bzw. evan- gelisches Profil in besonderer Weise sichtbar werden lassen“ 1 . Niemand dürfe verloren gehen, die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sei so wichtig zu nehmen wie der Bezug auf das berufliche Leben. Deshalb sollten Neugrün- dungen evangelischer Schulen auch vor allem darauf ausgerichtet sein, die Schülerinnen und Schüler zu fördern, die „im staatlichen Schulwesen geringe- re Chancen als andere haben“ 2 und sollte die Abschulung bzw. Nichtverset- zung von Schülerinnen und Schülern generell über eine individuelle Förde- rung vermieden werden. Evangelium und Schule, bedingungslose Akzeptanz und Leistungsvermittlung sollen in der evangelischen Schule eine heilvolle Symbiose zum Wohl der Kinder und Jugendlichen eingehen. Wie eng und weitreichend die Symbiose von Kirche und Schule gedacht ist, zeigt folgender Satz: Evangelische Schulen sollen „sich als Orte für Erfahrungen mit dem 1 Schulen in evangelischer Trägerschaft. Selbstverständnis, Leistungsfähigkeit, Perspektiven. Eine Handreichung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Gütersloh 2008, 12f. 2 A. a. O., 18. Lizenziert für Ruhr-Universität Bochum Universitätsbibliothek am 06.02.2024 um 14:56 Uhr W. Kohlhammer GmbH