Fachthemen DOI: 10.1002/bapi.201610040 378 © Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH & Co. KG, Berlin · Bauphysik 38 (2016), Heft 6 Fallstudie zum Trocknungsverhalten von Außenwandkonstruktionen aus Porenbeton mit Wärmedämmverbundsystem Marián Vertal’ Anna Vašková Azra Korjenic Dušan Katunský nents. In addition to that a guideline was written. It contains the minimum time that is necessary to dry all components of the buildings for the most situations. For the investigations a test bench had been built. Different scenarios of the constructions could be tested under real climate conditions of the locations Košice. The scenarios were investigated and the measured data was analysed. The analyses were executed with the simulation program WUFI. The results show that the cellular concrete in combination with the EPS-System needs 28 months to reach the reference humidity w80. The moister effects the u-value of the construction in a neg- ative way. The heat resistance is lower because of the wetness. The averaged infuence of the humidity on the effective u-value from the calculated u-value was 20 % in the second heat period. In the third heat period the effective u-value was more than 5 % worse as the calculated. The orientation of the construction and the different thicknesses have a very low infuence on the drying process. It is not signifcant. When mineral wool is used instead of EPS the drying time can be reduced around 50 %. Numeric analyses show that after two months of drying the cellu- lar concrete in combination with EPS reduces the water content by 33 %. When the EPS is installed fve months later, the drying time can be reduced by 14 months. This results the same drying time as the mineral wool construction. 1 Einleitung In den letzten Jahren steigen die Zahlen der Rohbauten in den Anzeigen der Immobilienwirtschaft in der Slowakei rapide an (Bild 1). Auf Dächer wird meist wegen fnanziel- ler Gründe verzichtet, so dass die Gebäude nicht nur wäh- rend der Realisierungszeit der Witterung ausgesetzt sind, sondern längeren Zeiträumen, was bei den typischen slo- wakischen Baumaterialien, die meist porös und kapillarak- tiv sind, zu einer Durchnässung der Baukonstruktionen führt. Die Gebäude neigen daher im fertiggestellten Zustand zu Bauschäden und zur Raumklimaverschlechterung. Ein weiteres Problem ist, dass sich der Feuchtegehalt negativ auf die Wärmeleitfähigkeit der Baukonstruktion auswirkt, was wiederum eine Verschlechterung der geplanten Ge- samtenergieefzienz bewirkt. Deswegen ist eine ausführli- che Trocknungsbewertung der Bauteile vor der Fertigstel- lung der Baukonstruktionen von enormer Wichtigkeit. Mit dem Aufbringen von weiteren Schichten, wie z. B. Wärmedämmverbundsysteme, Putze, etc. auf die durch- feuchtete Baukonstruktion, wird der Trocknungsprozess Die Zahlen der „nicht fertiggestellten Häuser“ in der Slowakei, die in den Anzeigen der Immobilienwirtschaft zu Verkauf angebo- ten werden, steigen rapide an. Die Rohbauten stehen oft Jahre lang vor Witterung ungeschützt, bevor sich ein Käufer fndet und sie fertigstellt. Die Fertigstellung passiert dann ziemlich schnell, sodass sich innerhalb kurzer Zeit die Feuchteschäden zeigen, die wiederrum jahrelang Probleme für die Bewohner verursachen. Das meistverwendete Baumaterial hierfür ist Porenbeton. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurden verschiedenste mess- technische und rechnerische Untersuchungen durchgeführt, um die hygrothermische Situation dieser Bauteile darzustellen bzw. einen Leitfaden zur notwendigen Trocknungszeit für die meisten Fertigstellungssituationen auszuarbeiten. Für die messtechni- schen Untersuchungen wurde ein Prüfstand hergestellt, an dem verschiedene Konstruktionsvarianten unter realen Klimadaten des Standorts Košice detailliert untersucht wurden. Die rechneri- schen Untersuchungen wurden mit dem Simulationsprogramm WUFI durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Porenbetonwand mit dem EPS- System 28 Monate trocknen muss, um die Bezugsfeuchte w80 zu erreichen. Die reduzierte Trocknung wirkt sich negativ auf den U- Wert und somit auch auf den Wärmeschutz der Baukonstruktion aus. Die durchschnittliche Abweichung des effektiven U-Wertes vom Projektierten hatte in der zweiten Heizperiode 20 % Unter- schied ergeben. Während des dritten Winters war sie sogar im- mer noch mehr als 5 %. Die Orientierung und die verschiedenen Dicken der Wärmedämmung auf EPS-Basis haben einen ver- nachlässigbaren Einfuss auf das Trocknungsverhalten. Die Ver- wendung von Mineralwolldämmstoff anstatt EPS verkürzt die Austrocknungszeit um etwa die Hälfte. Die numerische Analyse zeigt, dass nach einer zweimonatigen Trocknung des Porenbetons vor der Applikation eines EPS-Wär- medämmverbundsystems, der durchschnittliche Wassergehalt um 33 % des ursprünglichen Wertes gesenkt wird. Wenn die EPS- Dämmung erst nach fünf Monaten angebracht wird, verkürzt sich die Trocknungszeit auf 14 Monate, so dass sie im Bereich des Mi- neralwoll-WDVS liegt. Case study investigations on drying process cellular concrete external walls with ETCIS. The number of “not completed build- ings” which are offered to be sold increase rapidly. The building shells are exposed to the weather without protection. Sometimes it takes years until the building shells are sold and the construc- tion can be continued. The new owners usually push on the con- struction very fast. This causes moisture damage. Mostly cellular concrete is the used material. Within the framework of a re- search project different measurements and calculations were done to constitute the hygrothermic conditions of the compo-