157 JOURNAL OF ROMANIAN LITERARY STUDIES Issue no. 9/2016 DAS WAHNSINNSMOTIV IN DER LITERATUR DER POSTMODERNE. MANIPULATION UND PSYCHOPATHIE IN PATRICK SÜSKINDS ROMAN - DAS PARFÜM. DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS Simona Olaru-Poșiar Assist., PhD, ”Victor Babeș” Babeș University of Medicine and Pharmacy, Timișoara Abstract: The novel The Perfume. The story of a killer is a psychological story of an outsider, a psychopath, with a genius sense for perfumes and smells, but deprived of any odor sense from birth. He becomes the best perfumer of all times, but he also becomes a killer. In order to finish the best perfume of all times, his masterpiece, he kills, because the demonic liquid is made of “human essence”. This perfume should ensure him an identity and the love of al l mankind. The author shows how easily humans can be manipulated, speaking of the so called mass phenomena or manipulation, where man looses any will power. Keywords: psychopathic, manipulation, narcissism, essences, mass phenomena In der einschlägigen Forschungsliteratur wurde der Roman Das Parfüm. Die Geschichte eines Mörders als postmodern eingestuft, wobei als Charakteristika der Postmoderne die Intertextualität, Selbstreferentialität und Mehrfachkodierung (siehe Delseit/Drost 2000:70) angeführt werden. Der Roman hat die psychologisch ausgeleuchtete Geschichte eines Außenseiters, Jean-Baptiste Grenouille, die sowohl Merkmale des genialen Künstlers als auch des Mörders in sich vereint. Daher soll die Entwicklung Grenouilles im Laufe der Handlung zum Psychopathen und Mörder verfolgt werden. Der Autor zeigt auch auf, mit welcher Leichtigkeit sich Menschen verführen lassen. Ihr triebhaftes Verhalten wird als „Massenphänomen“ bezeichnet, bei dem der einzelne keinen eigenen Willen mehr hat. Intertextualität als ein wesentliches Merkmal der Postmoderne bedeutet, dass ein literarischer Text explizit oder implizit Bezug nimmt auf bereits vorhandene Texte. Im Falle von Süskinds Roman ist die Zahl solcher „Prätexte“ beträchtlich. Werner Frizen und Marilies Spancken nennen in ihrer Interpretation des Romans rund 50 Titel sowie etwa 30 Autoren und merken dabei an, die „Liste dieser literarischen, philosophischen und kulturgeschichtlichen Texte“ sei „nach unten hin offen“ (Frizen/Spancken 1998: 112). Auch Swenta Steinig bezeichnet die Intertextualität in dem Parfum als „das erzählstrategische Hauptmerkmal des Textes“ (Steinig 2003: 157) und arbeitet zentrale Aspekte des Romans durch die Gegenüberstellung zu Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas (1810), E.T.A. Hoffmanns Fräulein Scuderi (1818) und Thomas Manns Novelle Mario und der Zauberer (1930) heraus. Selbstreferentialität erklären Wolfgang Delseit und Ralf Drost so, dass sich „etwas im Kunstwerk Dargestelltes auf das Kunstwerk selbst“ beziehen lasse. Ihr Beleg dafür ist, dass Süskind seinem Protagonisten Grenouille als Künstler in doppelter Hinsicht gleiche: zuerst, indem er „das so noch nie Dagewesene“ schaffe, zum Schluss jedoch - da nur er „Zutaten und