Innovative Heißklebung
von tragenden Holz-
Beton-Verbundelementen
Deckensysteme in Holz-Beton-Verbundbauweise sind in der Ausführungsvariante mittels
Frischbeton und mechanischen Verbindungsmitteln im Bauwesen etabliert. Der Herstellungsprozess
wird aufgrund des vergleichsweise hohen Aufwands beim Einbringen der Verbindungsmittel
und des Feuchteeintrags durch den Frischbeton jedoch als problematisch eingestuft. Vor diesem
Hintergrund wird im Rahmen des Forschungsprojektes „SpeedTeCC” aktuell eine innovative
Heißklebtechnik entwickelt, um einen möglichst raschen Baufortschritt, eine verbesserte und
gesicherte Qualität sowie eine erhöhte Wirtschaftlichkeit zu erzielen.
Malte Mérono, Carola Link, Gregor Wisner, Elisabeth Stammen, Klaus Dilger, Jens Frohnmüller, Werner Seim
Ausgangssituation
Holz-Beton-Verbundelemente (HBV-Ele-
mente) kombinieren vorteilhaft die spe-
zifsche Zug- und Druckfestigkeit von
Holz und Beton und weisen zudem ver-
besserte bauphysikalische Eigenschaften
im Brand- und Schallschutz sowie ein ge-
ringeres Gewicht im Vergleich zu Stahlbe-
tondecken auf /1/. Ergänzend hierzu er-
füllen HBV-Elemente den Wunsch nach
einer vermehrten Verwendung nach-
wachsender Rohstoffe im Bauwesen. Be-
sonders im mehrgeschossigen Hochbau
können sie aufgrund des hohen Vor-
fertigungsgrades ein sehr wirtschaftli-
ches und schnelles Bauen ermöglichen
/2/. Aktuell werden die HBV-Elemente
durch mechanische Verbindungen, wie
z. B. Schrauben, oder durch Verguss von
Frischbeton auf Holzbauteile gefertigt.
Beide Techniken sind aus heutiger Sicht
im Vergleich zu reinen Betonbauweisen
wirtschaftlich noch nicht konkurrenzfä-
hig, da eine Schraubverbindung zeitauf-
wendig ist und sich aus dem Einsatz von
Frischbeton ein erhöhter Feuchteeintrag
ergibt. Könnten entsprechende Baukom-
ponenten unabhängig von Temperatur
und Feuchte auf der Baustelle klebtech-
nisch gefügt werden, würde dies einen
weiteren Schritt in Richtung des schnel-
len, zielorientierten und wirtschaftlichen
Bauens bedeuten.
Ein konventionelles Kaltkleben mittels
Epoxidharz wurde erstmals im BEST-
KLEB-Cluster für HBV-Elemente unter-
sucht /3/, während der methodische An-
satz der Heißklebung im Holzhausprojekt
evaluiert wurde /4/.
Das hier vorgestellte Projekt „Wirtschaft-
liche Herstellung hochwertiger Holz-Be-
ton-Verbundelemente unter Anwendung
einer innovativen Schnellklebtechnik und
Einsatz von Laubholz – SpeedTeCC“ (IGF
19417 N) baut auf den Ergebnissen der bei-
den Vorgängerprojekte auf.
© Fraunhofer WKI / Manuela Lingnau
Bild 1 > Streckmaterial (links) – eingebettet in einen Co-Polyamid-Hotmelt (rechts)
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Aus Forschung und Entwicklung I Kleben im Bauwesen