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L. P. Fleischer, F. Heesch (Hrsg.), „Sounds like a real man to me“ –
Populäre Kultur, Musik und Männlichkeit, Geschlecht und Gesellschaft 69,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-22307-6_9
„Normalität, was für ein schreckliches
Wort“ – Mine Vaganti (Männer al
dente, 2010) als queerer Film
Uta Fenske
Zusammenfassung
Kommt im zeitgenössischen italienischen Kino die Rede auf Homosexualität,
gerät sofort der türkisch-italienische Autorenflmer Ferzan Özpetek mit den Fil-
men Il bagno turco/Hamam (1997), Le fate ignoranti/Die Ahnungslosen (2001)
und Saturno Contro/In Ewigkeit Liebe (2007) in den Blick. Özpetek durch-
leuchtet in ihnen Welten, in denen heteronormative Identitäten ins Wanken ge-
raten, wobei das Coming-out häufg als Katalysator für die Suche nach einem
neuen Leben fungiert. Dieser Beitrag widmet sich der sehr erfolgreichen Komö-
die Mine Vaganti/Männer al dente (2010). Er fragt danach, ob es in einem pa-
triarchalen System Raum zur queeren Neuerfndung gibt. Einen zentralen Raum
nimmt dabei das in diesem Film zweifach durchgespielte Coming-out-Narrativ
ein. Özpetek spielt dabei mit dem Genre des Coming-out-Films und wertet so
die Bedeutung des Out-Seins genauso um wie die eindeutige Festlegung sexuel-
ler Orientierung. Darüber hinaus argumentiert der Beitrag, dass die Diskursivie-
rung des Coming-outs immer mit Vorstellungen von ‚Fortschrittlichkeit‘ und
‚Rückschrittlichkeit‘ verknüpft ist und damit auch Wertungen über Räume und
Zeitlichkeit einhergehen.
U. Fenske (*)
Universität Siegen, Siegen, Deutschland
E-Mail: uta.fenske@uni-siegen.de