187 © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 L. P. Fleischer, F. Heesch (Hrsg.), „Sounds like a real man to me“ – Populäre Kultur, Musik und Männlichkeit, Geschlecht und Gesellschaft 69, https://doi.org/10.1007/978-3-658-22307-6_9 „Normalität, was für ein schreckliches Wort“ – Mine Vaganti (Männer al dente, 2010) als queerer Film Uta Fenske Zusammenfassung Kommt im zeitgenössischen italienischen Kino die Rede auf Homosexualität, gerät sofort der türkisch-italienische Autorenflmer Ferzan Özpetek mit den Fil- men Il bagno turco/Hamam (1997), Le fate ignoranti/Die Ahnungslosen (2001) und Saturno Contro/In Ewigkeit Liebe (2007) in den Blick. Özpetek durch- leuchtet in ihnen Welten, in denen heteronormative Identitäten ins Wanken ge- raten, wobei das Coming-out häufg als Katalysator für die Suche nach einem neuen Leben fungiert. Dieser Beitrag widmet sich der sehr erfolgreichen Komö- die Mine Vaganti/Männer al dente (2010). Er fragt danach, ob es in einem pa- triarchalen System Raum zur queeren Neuerfndung gibt. Einen zentralen Raum nimmt dabei das in diesem Film zweifach durchgespielte Coming-out-Narrativ ein. Özpetek spielt dabei mit dem Genre des Coming-out-Films und wertet so die Bedeutung des Out-Seins genauso um wie die eindeutige Festlegung sexuel- ler Orientierung. Darüber hinaus argumentiert der Beitrag, dass die Diskursivie- rung des Coming-outs immer mit Vorstellungen von ‚Fortschrittlichkeit‘ und ‚Rückschrittlichkeit‘ verknüpft ist und damit auch Wertungen über Räume und Zeitlichkeit einhergehen. U. Fenske (*) Universität Siegen, Siegen, Deutschland E-Mail: uta.fenske@uni-siegen.de