111 ZAM Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, Jahrgang 37, 2009, Seiten 111–134 Verlag Dr. Rudolf Habelt GmbH, Bonn 1. Die Fundstellen des Frühmittel- alters im Umfeld der Leitha. Aus- gangssituation und Ziele 2. Ergebnisse der makroskopischen Analyse an Gefäßen aus den Grä- berfeldern von Frohsdorf, Pitten und Erlach sowie aus der Siedlung von Sommerein 3. Die Dünnschliffanalyse als Unter- suchungsmethode für archäologi- sche Keramik 4. Die Ergebnisse der naturwissen- schaftlichen Keramikanalysen 5. Die petrographischen Keramik- gruppen im Lichte makroskopi- scher Gefäßmerkmale und chrono- logischer Phasen 5.1. Frohsdorf 5.2. Pitten 5.3. Erlach 5.4. Sommerein 6. Technologische Traditionen und ihre Interpretation 6.1. Materielle Kultur – technologische Tradi- tionen – Identität 6.2. Interpretationsmöglichkeiten für die „awa- rische“ und „nichtawarische“ Grenzzone 7. Zusammenfassung 8. Summary 9. Anhang: Beschreibung der Proben- gruppen 9.1. Gruppe 1: eisenreiche Tone 9.2. Gruppe 2: kalkhaltige Tone 9.3. Spinnwirtel aus dem Gräberfeld von Frohsdorf 9.4. Tonproben 10. Literatur 1. Die Fundstellen des Frühmittel- alters im Umfeld der Leitha. Aus- gangssituation und Ziele* Die Fundstellen des 8.–9. nachchristlichen Jahrhunderts entlang der Leitha (Niederöster- reich; Abb. 1) lassen sich anhand ihrer kulturellen Zugehörigkeit in zwei große Gruppen teilen. Ei- nerseits gibt es Fundstellen, deren Fundmaterial sich dem sog. „awarischen Milieu“ zuordnen lässt, andererseits gibt es „nichtawarische“ Fundstellen. Das „awarische Milieu“ lässt sich aufgrund der großen, sog. „awarischen“ Gräberfelder in Ungarn, 1 in der Slowakei 2 und in Ostösterreich 3 relativ einfach umkreisen und als die materielle Hinterlassenschaft des Awarischen Khaganats be- stimmen. Besonders charakteristisch für diese Gruppe sind die mit – meist aus Bronze gefertig- ten – Metallbeschlägen verzierten Gürtel der Män- nerbekleidung, einzelne Perlen- und Ohrring- Materielle Kultur – technologische Traditionen – Identität Untersuchungen zur Archäologie des Frühmittelalters in Niederösterreich von Hajnalka Herold, Wien * Die in dieser Arbeit vorgestellten Analysen wurden im Rahmen eines FWF-Projektes zum Gräberfeld von Frohsdorf (Projekt-Nr: P16593) durchgeführt. Ich bedanke mich sehr herzlich für die Unterstützung der beiden Projektleiter, Univ.- Doz. Dr. Falko Daim und Dr. Gabriele Scharrer-Lika. Die Beprobung der Gefäße von Pitten wurde durch den Ausgrä- ber, Univ.-Prof. Dr. Herwig Friesinger und durch Dr. Ernst Lauermann (Niederösterreichisches Landesmuseum, Asparn/ Zaya) ermöglicht. Die Gefäße von Erlach konnten mit Einver- ständnis des Heimatmuseums in Erlach sowie der beiden Aus- gräber, Peter Pesseg und Dr. Peter Trebsche, beprobt werden. Ich bedanke mich bei allen genannten Personen für ihre Hilfe. Für Diskussionen über das Manuskript danke ich Dr. Anton Distelberger, Univ.-Doz. DDr. Peter Stadler, Univ.-Prof. Dr. Erik Szameit und Dr. Béla Miklós Szßke. 1 Z. B. Alattyán (Kovrig 1963), Tiszafüred (Garam 1995), Gyßr – Téglavetß d6lß (Fettich 1943) 2 Zusammenfassend: Zábojnik 2004. 3 Z. B. Leobersdorf (Daim 1987), Sommerein (Daim/ Lippert 1984), Zwölfaxing – Feldsiedlung (Lippert 1969; Daim 1977), Münchendorf (Bachner 1985).