Lebensverlängerung und Verlangsamung des menschlichen Alterns. Erträge eines interdisziplinären Forschungsprojekts von Ulrich Feeser-Lichterfeld, Michael Fuchs, Franciska Illes, Uwe Kleinemas, Britta Krahn, Kerstin Prell, Marcella Rietschel, Christian Rietz, Georg Rudinger, Thomas Runkel und Edgar Schmitz Dauerhaft niedrige Reproduktionsraten und eine stetig steigende durchschnittliche Lebenserwartung verbinden sich in den meisten westlichen Gesellschaften zu Ver- schiebungen in den Altersstrukturen der Bevölkerung, die unter dem Stichwort „demographischer Wandel“ derzeit eine rasch wachsende öffentliche Aufmerksam- keit finden. Infolge des immer greifbarer werdenden Anstiegs sowohl der absoluten Zahl der alten Menschen als auch des relativen Anteils dieser Personengruppe an der Gesamtbevölkerung wird nach Strategien gesucht, welche kurz- und mittelfristig die Zahl der Geburten erhöhen sollen und die Konsequenzen, die sich aus dem Umstand einer schrumpfenden Gruppe von Erwerbstätigen ergeben, bewältigen helfen. Gerade mit Blick auf die Zukunft intergenerationeller Beziehungen kommen in den sich intensivierenden Diskussionen immer wieder individuelle und gesell- schaftliche Vorstellungen über „das Alter“ und „die Alten“ zum Tragen, die zwi- schen der Furcht vor den wachsenden Belastungen durch Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit einerseits und dem Hinweis auf die „späte Freiheit“ (Leopold Rosenmayr) 1 der gegenwärtig Altwerdenden und deren im Vergleich zu früheren Geburtskohorten gewachsenen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Potentialen andererseits changieren. Es ist offensichtlich, dass in diesem Zusam- menhang der auf die körperlich-geistige Verfasstheit bezogenen Lebensqualität im Alter, die beispielsweise durch entsprechende Ernährung und sportliche Betätigung gesichert bzw. mit Hilfe der gewachsenen Möglichkeiten medizinischer und speziell M. Fuchs und G. Rudinger zeichnen als Projektleiter für das im Folgenden vorzustel- lende Forschungsprojekt in allen seinen Phasen verantwortlich. F. Illes, U. Kleinemas, K. Prell, M. Rietschel und T. Runkel wirkten an den Vorstudien mit. Der vorliegende Aufsatz bezieht sich im Wesentlichen auf die Hauptstudie, an der – neben den beiden Projektleitern – U. Feeser-Lichterfeld, U. Kleinemas, B. Krahn, C. Rietz und E. Schmitz beteiligt waren. Die Koordination der Projektteile und der Berichtsabfassung lag bei U. Feeser-Lichterfeld. 1 ROSENMAYR 1983. Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitai Download Date | 12