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Ungenutztes Potenzial e
Kursassistent*innenpr
Sprachenzentren Helsin
Christian Niedling, Claudia Rehwagen
Kursassistent*innen (KA) sind als native peers seit 2013/2015 Bestandteil der
Unterrichtspraxis an den Sprachenzentren der Universitäten Helsinki und Tam-
pere.
Der Einbezug internationaler Studierender mit muttersprachlicher Kompetenz
in Sprachkurse fördert Authentizität, Aktualität, Diversität und den Transfer
professioneller Kompetenzen. Die Kursassistent*innenprogramme (KAP) leis-
ten zudem einen Beitrag zur Internationalisierung und Integration in die Hoch-
schulgemeinschaft. An den Beispielen Helsinki und Tampere werden die orga-
nisatorische Implementierung des Programms, typische Aktivitäten sowie das
Erweiterungspotenzial des KAP vorgestellt. Der Beitrag bietet somit einen pra-
xisorientierten und evaluationsgestützten Überblick über den Einsatz von KA
im universitären Sprachunterricht.
1 Einleitung
Der Einsatz von KA im Sprachunterricht ist ein etabliertes bzw. bekanntes
Verfahren im Unterricht, in dem jedoch in der Regel ein Wissensgefälle zwi-
schen den einzelnen Akteur*innen charakteristisch ist (Kotkavuori et al., 2022,
S. 330). Im Hochschulbereich ist das vom Europarat ausgezeichnete Demons-
trator*innenprogramm der Universität Pécs hierfür ein gutes Beispiel. Die Spra-
chenzentren der Universitäten in Helsinki und Tampere setzen dagegen inter-
nationale Studierende in KAP als native peers auf Augenhöhe ein. Auch wenn
KA teilweise in eine Expert*innenrolle wechseln, ist es wichtig, dass sie von den
Kursteilnehmenden als Mitstudierende wahrgenommen werden (Kotkavuori
et al., 2022, S. 330). Eine erfolgreiche Adaption des KAP in dieser Form ist bereits
an der Masaryk-Universität in Brno gelungen (Masaryk University Language
Centre, o. D.).
Ein Impuls für das hier vorzustellende KAP ging von einer punktuellen Initia-
tive in Turku 2013 aus; die Sprachenzentren der Universitäten von Helsinki und
Tampere haben diese Idee aufgegriffen und zu festen Bestandteilen ihres stu-
dienbegleitenden Sprachunterrichts ausgebaut. Inzwischen verfügen beide
Hochschulen über eine mehrjährige Erfahrung im Einsatz von KA.
Der Beitrag verortet das KAP zunächst im Kontext seiner internationalisieren-
den und integrierenden Funktion aus universitätsstrategischer Perspektive.
Den Schwerpunkt bildet die Darstellung der KAP beider Universitäten hinsicht-
lich ihrer administrativen Implementierung, der Entwicklung der Teilnehmen-
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Michal Dvorecký et al., Band 3: Sprachliche Teilhabe fördern,
© 2023, Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG, Berlin.