163 © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 M. Hülz et al. (Hrsg.), Heimat, RaumFragen: Stadt – Region – Landschaft, https://doi.org/10.1007/978-3-658-24161-2_9 Zusammenfassung ‚Heimat‘ hat in den letzten Jahren in der medialen, politischen und gesellschaftlichen Aushandlung erneut an Bedeutung gewonnen. Gerade auch im Kontext des Strom- netz- und des Windkraftausbaus rekurrieren Bürger*innen und Bürgerinitiativen hier- auf. In enger Koppelung aus Bezugnahmen auf die ‚Verschandelung‘ der ‚Landschaft‘ und die ‚Zerstörung‘ der ‚Heimat‘ erlangen Forderungen nach einer Bewahrung zentrale Wirkmächtigkeit. Die ‚heimatliche Normallandschaft‘ wird im aktuellen Zustand als ‚sakrosankt‘ konstituiert und in Verbindung mit weiteren Argumentations- bezugnahmen zu einem Anker des lokalen Engagements. Im Artikel wird auf Bürgerinitiativen im Kontext der Energiewende fokussiert und anhand mehrerer Fall- studien das Narrativ ‚Heimat‘ ausführlicher beleuchtet. Hierbei wird auf die sozial- konstruktivistische Landschaftstheorie zurückgegriffen, mit der Muster der Deutung und Bewertung von ‚Landschaft‘ sowie deren Verknüpfung mit anderen Begriffen – hier gerade ‚Heimat‘ – nachvollzogen werden kann. Schlüsselwörter Energiewende · Stromnetzausbau · Windkraftausbau · Heimat · Landschaft Sozialkonstruktivismus Landschaft und Heimat – argumentative Verknüpfungen durch Bürgerinitiativen im Kontext des Stromnetz- und des Windkraftausbaus Olaf Kühne und Florian Weber O. Kühne (*) Forschungsbereich Geographie, Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland E-Mail: olaf.kuehne@uni-tuebingen.de F. Weber Fachrichtung Geographie, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, Deutschland E-Mail: florian.weber@uni-saarland.de