Studia Etymologica Cracoviensia vol.4 Krakow 1999 Marek STACHOWSKI (Krakow) URALISTISCH-TURKOLOGISCHE UBERLEGUNGEN ZUR FLEDERMAUS1 1 Die in ESTJa IV 140f. angeftihrten tii. Benennungen der Fledermaus lassen sich in folgende Typen einteilen: (1.1) jarasaJdrdsd(n)Jdldsd(n)Jdldmsd\) jarkanat, jaru kanat, jar kanat\) ca"pkys\) Wie ersichtlich, haben wir es hier stets - die einzige Ausnahme ist (1.4) - mit einer Zusammensetzung zu tun, deren einzelne Bestandteile am besten an (1.2) erkannt werden konnen: jar ~jarV~jar 'feine/diinne Haut oder Leder, Hautchen, Schwimmhaut' und kdnat Tliigel', so dali der ganze Name fur Tledermaus' also wortlich soviel wie 'HauWLederfliigel' bedeutet. Wahrscheinlich weisen auch die Worter in (1.1) dieselbe Struktur auf, doch das Element asa ~ dsd(n) bereitet Schwie- rigkeiten. Bevor das Element asa hier jedoch naher dargestellt wird, soil zuerst auf das etymologisch (angeblich) leichtere Element jar usw. eingegangen werden. 2 Der opinio communis gemafi ist jar ~jarV~jar wie in (1.1-2) mitjar+ mjargak ~ cargas (ESTJa IV 14If.) 'feine/diinne Haut oder Leder, Hautchen, Schwimm- haut' identisch. Doch die Etymologie vonjargak ist problematisch. Die in ESTJa IV 142 vorgeschlagene morphologische Einteilung mjar-gak ("[...] pri pomosci aff. -yaq so stersimsja upodobiterno-umensitelnym znaceniem") mag stimmen, ob- gleich teLjaru kanat, ojr.jarukanat ~jaru kanat/jak. sary kanat Tledermaus' auf die Existenz von *jaryg weisen. Somit entstehen zwei Fragen: (2.1) Wie verhalten sich *jar (? *jarV) und *jaryg zueinander? (2.2) Wie ist die Etymologie von *jar(V)? Wir wollen hier zuerst mit (2.1) anfangen. A. Vambery's Zusammenstellung des Wortes *jaryg - *jargak mit *jar- Meuchten' ist pure Phantasie. Weit besser ist 1 Herrn Prof. Eugen Helimski (Hamburg) mochte ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank fur die Diskussion einiger Aspekte dieser Erwagungen aussprechen.