Kasuistiken Hautarzt https://doi.org/10.1007/s00105-017-4076-3 © Springer Medizin Verlag GmbH 2017 S. Hanner · R. Schneiderbauer · A. Enk · F. Toberer Universitäts-Hautklinik Heidelberg, Ruprecht-Karls Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland Axilläre und perimamilläre Fox- Fordyce-Erkrankung (apokrine Miliaria) bei einer 19-jährigen Patientin Anamnese Eine 19-jährige Patientin stellte sich mit seit mehreren Jahren bestehenden, mul- tiplen juckenden Papeln axillär und ma- millär beidseits in unserer allgemeinen Ambulanz vor. Die Patientin berichtete über eine deutliche Zunahme der Sym- ptomatik in den Sommermonaten. Es wurden keine relevanten Neben- erkrankungen angegeben, und die Me- dikamentenanamnese war leer. Die Fa- milienanamnese zeigte sich hinsichtlich Hauterkrankungen blande. Diagnostik Hautbefund Bei der Ganzkörperinspektion zeig- ten sich axillär und periareolär beid- seits multiple hautfarbene bis leicht bräunliche, follikulär gebundene Papeln (. Abb. 1a, b). Die Axillarbehaarung war beidseits spärlich. Das übrige Integument und die Schleimhäute kamen unauffällig zur Darstellung. Histopathologischer Befund In der Hämatoxylin-Eosin-Färbung (. Abb. 2a, b) zeigte sich im Corium, insbesondere subepidermal, ein perifol- likuläres lymphohistiozytäres Infiltrat, Alle Autoren hatten vollen Zugang zu den pu- blizierten Daten und tragen die Verantwortung für deren Richtigkeit. Alle Autoren haben bei der Erstellungdes Manuskriptes mitgewirkt. teils mit Exozytose von Lymphozyten in das Follikelepithel. Vereinzelt fanden sich auch eosinophile Granulozyten. Im Bereich eines Follikelostiums zeigten sich eine Hyperparakeratose, eine Spongiose sowie eine unregelmäßige Akanthose. Zusätzlich kamen dilatierte Ausfüh- rungsgänge der apokrinen Drüsen zur Darstellung. Diagnose Fox-Fordyce-Erkrankung (apokrine Mi- liaria) Therapie und Verlauf Es wurde eine topische Behandlung mit Tretinoincreme eingeleitet. Ein Termin zur Verlaufskontrolle wurde von der Pa- tientin nicht wahrgenommen. Abb. 1 8 Apokrine Miliaria: Hautfarbene bis leicht bräunliche, follikulär gebundene Papeln a im axil- lären Bereich, b im periareolären Bereich Diskussion Die Fox-Fordyce-Erkrankung (FFD), auch bekannt als apokrine Miliaria, ist eine seltene, chronisch papulöse Derma- tose, die erstmals 1902 durch Fordyce und Fox beschrieben wurde und vermut- lich durch eine Störung der apokrinen Drüsen im Sinne einer follikulären Ob- struktion verursacht wird [10]. Angaben zur Inzidenz der Erkran- kung lassen sich aufgrund der Seltenheit in der Literatur nicht finden. Klinisch präsentiert sich die FFD zumeist mit 2–3 mm messenden, hautfarbenen bis hellbraunen oder gelblichen Papeln sowie mit einem unterschiedlich stark ausge- prägten Juckreiz. Weiterhin sind eine Hypohidrose sowie eine Hypotrichose charakteristisch [1, 9]. Der Hautarzt