• Heidi Möller Was ist gute Supervision im stationären Setting? Einleitung Im Zuge der Diskussion um die Qualitätssicherung von Arbeits- prozessen und -produkten kommt der Supervision eine zentrale Rolle zu, deren Bedeutung in Zukunft weiter zunehmen wird, denn mit ihrer Hilfe scheint Qualität nahezu garantiert. Die Antwort auf die Frage jedoch, was die Qualität des Instruments Supervision selbst ausmacht, blieb bislang unbeantwortet. Ziel meiner Untersuchung war es, Merkmale »guter Supervisions- praxis« im stationären Setting herauszuarbeiten. Moderner psy- choanalytischer Supervisionspraxis wurde die integrativ super- visorische Sichtweise gegenübergestellt und einer kritischen Re- flexion unterzogen. Die Aufbereitung des aktuellen Forschungs- stands (Märtens u. Möller 1998; Möller u. Märtens 1999) macht die Notwendigkeit deutlich, mikroanalytisch zu zeigen, was in Supervisionsprozessen tatsächlich geschieht. Die Komplexität des Gegenstands der Supervisionsforschung sowie die zahlrei- chen Parameter, die zu berücksichtigen sind, bergen die Gefahr methodischer Vereinfachung. In den bisher vorliegenden Unter- suchungen wurde nachzuweisen versucht, wie sich die Supervi- sionseffekte außerhalb des supervisorischen Tuns auswirken, zumeist wurden subjektive Einschätzungen der Supervisanden per Fragebogen erhoben (Schneider u. Müller 1995). Meine Untersuchung hingegen beschäftigte sich mit dem Su- pervisionsprozeß selbst und klärte die Fragen, was die Supervi- soren eigentlich mit ihren Supervisanden machen und wie sie dabei methodisch vorgehen. Supervision selbst wurde als Medi- um Kommunikativer Sozialforschung begriffen, das Instrument Was ist gute Supervision ? 47 In: Supervision und Organisationsberatung : Institutionen bewahren durch Veränderung / Thomas Giernalczyk (Hg.). - Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, S. 47 - 63