Wege zur echten Gemeinschaft: Kritik der Universität und „Eigentlichkeit” bei Martin Heidegger in einem Kurs von 1934 Luis Alejandro Rossi (CONICET – Universidad Nacional de Quilmes, Argentina) Im Sommersemester des selben Jahres, in dem er von seinem Amt als Rektor der Universität Freiburg im April 1934 zurückgetreten war, hielt Martin Heidegger einen Kurs, in dem er sich der Analyse des Selbst im Bezug auf die „wesentliche Bestimmung“ des Daseins, der Geschichte, widmete. Gleichzeitig formulierte er diese Frage in die nach dem Sein eines Volkes um. In den Ausführungen des Philosophen in seinem Kurs Logik als die Frage nach dem Wesen der Sprache 1 , schließt diese Frage den Kurs ab und formuliert den Rahmen vor, auf dessen Grundlage er sich in den darauffolgenden Kursen mit der Poetik Hölderlins beschäftigt. Wenn der Kurs auf mit einer Reihe von Überlegungen zur Universität beginnt, die auf den ersten Blick einfache Erörterungen des Zeitgeschehens zu sein scheinen, durchzieht diese wie ein roter Faden die Kritik am Liberalismus und die Untersuchungen Heideggers über die zwischenmenschlichen Beziehungen, die durch eine Gemeinschaft entstehen. Dieser Kurs ist deshalb von besonderem Interesse, weil Heidegger hier ausdrücklich seine Kritik der modernen Philosophie zu den Grundlagen einer alternativen Politik in Bezug setzt, die den Subjektbegriff aufgibt. Unsere Absicht ist es daher, einen Aspekt der politischen Argumentation Heideggers in diesem Kurs so zu rekonstruieren, dass die Grundlage deutlich wird, auf der er sowohl die derzeitige Lage an der Universität wie den Liberalismus im Allgemeinen kritisiert: seine Konzeption von der echten Gemeinschaft. Wie vom Herausgeber angegeben, war die ursprüngliche Bezeichnung des Kurses „Der Staat und die Wissenschaft“, aber Heideregger nannte ihn bei Vorlesebeginn in „Logik“ um, offensichtlich, um damit die Universitätsleitung zu provozieren. Dieser Titel wirkt etwas verwirrend und mehr noch seine Entwicklung. Wenn Heidegger auch erklärt, dass er nicht