InformationsvermitUung ______________________ THEMEN Vermittlung von Informationskompetenz Erfahrungen bei der Integration in das Curriculum an der TU Hamburg-Marburg 1 Thomas Hapke 1. Einleitung „Auch für die Ausbildung der Studierenden ließen sich die Universitätsbiblio- theken noch viel mehr ausnutzen, wenn ein regeres Ineinandergreifen zwi- schen Bibliotheksbetrieb und akademischem Unterricht hergestellt würde. Nicht darin liegt für die Universität der Nutzen der Bibliothek, dass sie über- haupt da ist, sondern darin, dass die Universitätsangehörigen die Bibliothek und ihre Einrichtungen kennen und sie zu benutzen verstehen. Man möge die neu an die Universität gekommenen Studierenden in die Bibliothek und ihren Betrieb systematisch einführen lassen, man möge auch von Zeit zu Zeit mit den Mitgliedern dieses oder jenes Seminars eine Führung in der Bibliothek veranstalten." 2 Das Zitat des österreichischen Bibliothekars Ferdinand Eichler vom Beginn des letzten Jahrhunderts (1910) hat auch heute nichts von seiner Gültigkeit verloren. 3 Wichtigstes Ziel der Aktivitäten wissenschaftlicher Bibliotheken bleibt die Integration ihres Services in die Lehre und Forschung der sie tra- genden Institutionen. 4 Überarbeitete Fassung eines Vertrages auf dem Kongress „Information und Öffent- lichkeit" der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände (BOB) und der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) in Leipzig am 20. März 2000 in der öffentlichen Sitzung „Schulungen durch Biblio- theken - neue Konzepte und Methoden zur Vermittlung von Bibliotheks- und Infor- mationskompetenzen" der EDBI-Kommission für Benutzung und Information. Ferdinand Eichler: Die wissenschaftlichen Bibliotheken in ihrer Stellung zu For- schung und Unterricht : Vortrag. Leipzig: Harrassowitz, 1910. Hier: S. 27. Älter ist die Tradition der „user education" bei den amerikanischen Bibliotheken. Tiefel sieht die Anfänge hier in den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts: V.M. Tiefel: Library user education : examing its past, projecting the future. Library Trends 44 (1995) S. 313-338. Schmidmaier geht in seiner Bibliographie auch für Deutschland sogar noch weiter zurück: Dieter Schmidmaier: Versuch einer Biblio- graphie zur bibliothekarischen Wissenschaftspädagogik im deutschsprachigen Ge- biet 1500-1970. Freiberg: Bergakademie, 1970. Mike Heery and Steve Morgan: Practical strategies for the modem academic libra- ry. London: Aslib, 1996. Hier besonders S. 17-40. Kapitel 3 (S. 41-75) dieses Wer- kes beschäftigt sich „nur" mit „Teaching and Learning". Einen weiteren guten Über- BIBLIOTHEKSDIENST 34. Jg. (2000), H. 5 819