Tanja Jadin, Christoph Richter, Eva Zöserl Formelle und informelle Lernsituationen aus Sicht österreichischer Studierender Zusammenfassung Im Zentrum dieser Arbeit steht eine explorative Befragung von 770 Studierenden aus 11 österreichischen Hochschulen zu den von ihnen als relevant erlebten Lernsi- tuationen. Ziel ist es formelle und informelle Lernsituationen und -kontexte von Studierenden zu identifizieren und diese miteinander in Beziehung zu setzen. Die Ergebnisse werden abschließend im Hinblick auf die Bedeutsamkeit für die Gestal- tung von Lernsituationen in der Hochschule und den Einsatz medialer Lernumge- bungen diskutiert. 1 Einleitung Vor dem Hintergrund institutioneller Veränderungen unter anderem initiiert durch den Bologna Prozess, die zunehmende Bedeutung der Wissensgenerierung als Wirtschaftsfaktor sowie der Notwendigkeit lebensbegleitenden Lernens ergeben sich wesentliche Fragen für die Gestaltung zukünftiger Bildungsangebote wie auch entsprechender Technologien im Aus- und Weiterbildungskontext. Um der Kom- plexität und Verschränkung von Lernprozessen in der Wissensgesellschaft gerecht zu werden erscheint eine ökologische Sichtweise erforderlich in dessen Mittelpunkt der Lernende steht. Nach Barron (2004, S. 6) lassen sich entsprechende Lernökolo- gien wie folgt definieren: „I define a learning ecology as the accessed set of contexts, comprised of configurations of activities, material resources and relationships, found in co-located physical or virtual spaces that provide opportunities for learning.“ Entsprechend dieser Sichtweise besteht die personenbezogene Lernökologie aus der Gesamtheit der für diese Person lernrelevanten Kontexte. Die jeweiligen Kon- texte sind dabei durch entsprechende Tätigkeiten und Praktiken, Ressourcen, Werkzeuge und Medien sowie durch die beteiligten Personen und räumlichen und physischen Gegebenheiten definiert. Es stellt sich die Frage, welche lernrelevanten Kontexte für Studierende bedeutsam sind und welche Bedeutung Medien in den verschiedenen Lernkontexten haben. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus 1