MITT. DTSCH. GES. ALLG. ANGEW. ENT. 15 GIESSEN 2006 379 Laufkäfer gestörter Landschaften der Niederlausitz-Bergbaufolgelandschaften Ingo Brunk 1 und Gerhard Wiegleb 2 Brandenburgische Technische Universität Cottbus Abstract: Ground beetles of disturbed landscapes in Lower Lusatia – Post mining landscapes Lower Lusatia, situated in south of Brandenburg / Germany is a highly disturbed landscape. Fifth part of area was disturbed or devastated by military trainig or brown coal mining in the past. Leftovers of mining activities are large dumps with highly acidic soils under primary succession. Many sites were recultivated and afforrested. But also many recultivated landscapes have extreme site conditions (low pH, early vegetation stages). 199 Ground beetle species are yet known from post mining landscapes in Lower Lusatia. Actually a high amount of endangered species can be found. All ground beetle species of open sandy soils and psammophytic grasslands and most species of rural vegetation and forests in Brandenburg can be found in post mining landscapes. Species inventory of Calluna-heathland, wetlands and riparian banks is incomplete and consist of only 40 – 60 % of possible species. Missing species belong to very rare and extinct species in Brandenburg or to species with highly specialised habitat requirements (moor, saline habitats, etc.) which cannot be found yet in post mining landscape. Key words: Carabidae, Bergbaufolgelandschaft, Faunistik 1 Institut für Ökologie und Naturschutz (IfÖN), Bergerstrasse 108, 16225 Eberswalde, brunkin@tu- cottbus.de 2 Lehrstuhl für Allgemeine Ökologie, Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Universitätsplatz 3-4, 03044 Cottbus, Die Niederlausitz befindet sich im Osten Deutschlands und ist überwiegend im Süden Brandenburgs gelegen. Sie ist in der Vergangenheit durch großflächigen Braunkohlebergbau und durch militärischen Übungsbetrieb stark anthropogen überprägt worden. Seit 1945 wurden durch den Tagebau in der Niederlausitz knapp 80.000 ha Fläche in insgesamt 42 Tagebauen in Anspruch genommen (DEBRIV 1997, DREBENSTEDT 1998) und liegen heute überwiegend als Bergbaufolgelandschaften (BFL) vor. Bezogen auf die Niederlausitz können etwa 1/5 der Fläche der Niederlausitz als gestörte Landschaften bezeichnet werden. Bergbaufolgelandschaften heben sich durch die ehemalige Nutzung deutlich von der Kulturlandschaft ab und werden hier beispielhaft für gestörte Landschaften betrachtet. Bergbaufolgelandschaften stellen großflächige Inseln in der Kulturlandschaft dar, die sich nach der Verkippung durch sterile Substrate auszeichnen, mit z. T. extremem bodenkundlichen und kleinklimatischen Verhältnissen. Nach Rekultivierung der Substrate oder nach natürlicher Sukzession sind von großen offenen Sandflächen, verschiedenen frühen Sukzessionstadien bis hin zu Forsten verschiedenste Vegetationsstadien zu finden. Eine Gemeinsamkeit aller Bergbaufolgelandschaften liegt in der Neubesiedlung durch Laufkäfer und primären Sukzession der Zönosen. Material und Methode Das ausgewertete Datenmaterial wurde im Rahmen des LENAB-Projektes (BMBF, LMBV), des SUBICON-Projektes (BMBF) und im Rahmen des SFB 565 (DFG) in der Bergbaufolgelandschaft erhoben. Die hier vorgestellten Ergebnisse basieren auf der Auswertung von 136 Jahresfängen (6 Bodenfallen, 9 - 12 Monate Standzeitraum, 1995 - 2003) aus 14 verschiedenen Bergbaufolgelandschaften der Niederlausitz und weiteren eigenen Aufsammlungen. Des weiteren wurde die verfügbare Literatur (Messner 1963, Wrase 1995, Scheffler et al. 1999, Landeck & Wiedemann 2000, Kielhorn 2004) ausgewertet. Die Rote Liste Angaben für Deutschland wurden nach Trautner et al. (1997), die Brandenburgs nach Scheffler et al. (1999) zugeordnet.