Ein vielstimmiges Gespräch im weiten Feld der Urbanistik Oliver Frey und Florian Koch Zur Einführung in den zweiten Sammelband „Positionen zur Urbanistik II“ haben wir als Herausgeber ein kleines Experiment gewagt, indem wir durch Fragen an ausgewählte, im wissenschaftlichen Feld der Stadtforschung und Raumplanung tätige Expertinnen und Experten ausloten wollten, wo gemein- same Schnittstellen, aber auch Brüche zu einer wissenschaftlich verstandenen Urbanistik vorhanden sind. Wir konnten hierfür elf Personen aus dem Bereich der Stadtsoziologie, der Architektur, der Raumplanung, der Regionalökono- mie und der Stadtethnologie gewinnen, uns einige Fragen sowohl aus fachli- cher Perspektive als auch eher persönlicher Natur schriftlich zu beantworten. Es sollten in einigen Sätzen – durchaus auch zugespitzte und provokante – Antworten oder Gedankenanregungen zum inhaltlichen und methodischen Feld der Urbanistik gegeben werden, die dann zu einem „virtuellen Exper- tengespräch“ zusammengefügt wurden. Das Ziel war es, die unterschiedli- chen Meinungen, Thesen und Bemerkungen zur Stadt- und Raumforschung zu bündeln, um damit zu verdeutlichen, dass eine Zusammenführung der unterschiedlichen disziplinären Sichtweisen für die Positionierung einer wis- senschaftlich verankerten Urbanistik einen Mehrwert darstellt. Mithilfe der Methode der Collage wurden die Antworten und Fragen gemischt und neu zusammengestellt, um so einen virtuellen Dialog zu konstruieren. Dabei leg- ten wir Wert auf die sichtbare Unterschiedlichkeit der Argumentationen und Gedankengänge, aber auch der jeweiligen Ergänzungen der Expertinnen und Experten untereinander. Herausgekommen ist dabei eine Diskussion zwischen den Stadt- und Architektursoziologen Prof. Dr. Jens S. Dangschat (TU Wien, Fachbereich Siedlungssoziologie), Prof. Dr. Tilman Harlander (Uni Stuttgart, Fachgebiet Architektur- und Wohnsoziologie) und Dr. habil. Peter Noller (TU Darmstadt; Forschungsschwerpunkt „Eigenlogik der Städte“) sowie der französischen Stadtsoziologin Dr. Marie-Pierre Lefeuvre (Institut d’urbanisme Paris); der Kul- turwissenschaftlerin und Stadtethnografin Dr. Regina Bittner (Stiftung Bau- haus Dessau); dem Architekten Prof. Dr. Friedrich von Borries (Hochschule für Bildende Künste Hamburg) und der Architektin Prof. Dr. Sabine Pollak (Kunstu- niversität Linz) sowie Prof. Dr. Klaus R. Kunzmann (Raumplaner an der TU Dort-