Umweltschutz der Wirtschaft 3/ 07 NACHHALTIGKEIT 6 V erantwortliches Unternehmertum (Corporate Social Res- ponsibility) und unternehmerische Nachhaltigkeit (Cor- porate Sustainability) sind heute ein nicht wegzuden- kendes Thema in der Agenda jeder fortschrittlichen Unterneh- mensführung. Unternehmen wird dabei eine zentrale Rolle in der Umsetzung zugewiesen. Hier dient das vorliegende, überar- beitete und ergänzte Handbuch des Centre for Sustainability Managements (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg, des Forums für nachhaltige Entwicklung der deutschen Wirtschaft (Econsense) und des deutschen Bundesumweltministeriums (BMU) mit einer Übersicht der wichtigsten Ansätze des unter- nehmerischen Nachhaltigkeitsmanagements als Ideenspender, Impulsgeber und Nachschlagewerk. Im Zentrum des Handbuchs steht die Darstellung der aktuellen Leistungsfähigkeit unter- schiedlicher Managementansätze für unternehmerische Nach- haltigkeit. Für das Nachhaltigkeitsmanagement wurden in den letzten 15 Jahren so viele Ansätze entwickelt, dass es auch heute selbst Experten schwer fällt, die Übersicht über diese Ansätze, ihre Anwendungsbereiche, Stärken und Schwächen zu behalten. Die Studie soll zur Übersichtlichkeit in der derzeitigen Diskussion beitragen, indem sie systematisch Konzepte, Systeme und In- strumente des Nachhaltigkeitsmanagements beschreibt und analysiert. Für die Studie wurden insgesamt 40 Konzepte, Systeme und In- strumente ausgewählt und analysiert, die sowohl in einzelnen oder mehreren der zuvor genannten Funktionsbereiche einge- setzt werden als auch unterschiedlich stark zur Bewältigung der vier Nachhaltigkeitsherausforderungen beitragen können. Das Handbuch will Licht in das Managementinstrumentarium bringen, indem es bedeutende Ansätze, die dem unternehmeri- schen Nachhaltigkeitsmanagement zur Verfügung stehen, in einem Kompendium zusammenstellt. Will man die Management- ansätze praxisorientiert systematisieren, bieten sich insbeson- dere zwei Kategorien an: Zum einen lassen sich die Ansätze un- ter dem Gesichtspunkt der zentralen Herausforderungen unternehmerischer Nachhaltigkeit betrachten; denn sie sollen dazu dienen, diese einzelnen Herausforderungen zu meistern. Zum anderen kann man sie dahingehend untersuchen, in wel- chen unternehmerischen Funktionsbereichen (zB Einkauf) sie üblicher Weise zum Einsatz kommen. Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen Runderneuertes Handbuch aus Deutschland fasst Auswirkungen auf den Betrieb sowie Instrumentarien für die Praxis zusammen Das Nachhaltigkeitsmanagement dient dem Ziel der unter- nehmerischen Nachhaltigkeit, indem erstens eine nachhaltige Organisationsentwicklung durch die integrative Berücksichti- gung sozialer, ökologischer und ökonomischer Ziele angestrebt wird und zweitens das Unternehmen zu einer nachhaltigen Ent- wicklung von Wirtschaft und Gesellschaft beiträgt. Von Unter- nehmen wird immer häufiger erwartet, dass sie nicht nur Pro- duktion und Produkte nachhaltig ausrichten, sondern dass sie auch darstellen, wie sie den Alltag für das Individuum und die Ge- sellschaft insgesamt lebenswerter und unter dem Prinzip der Nachhaltigkeit gestalten. Zur Umsetzung unternehmerischer Nachhaltigkeit benötigen Unternehmen Managementansätze, wie sie im Handbuch dargelegt werden. Zunächst werden die zentralen Nachhaltigkeitsherausforderun- gen erläutert. Das Nachhaltigkeitsmanagement begründet sich in der unternehmerischen Aufgabe, diesen vier Herausforderun- gen erfolgreich zu begegnen: ■ Die ökologische Nachhaltigkeitsherausforderung: Wie kann ein Unternehmen die durch seine Aktivitäten absolut verursachte Umweltbelastung reduzieren (Öko-Effektivität)? ■ Die soziale Nachhaltigkeitsherausforderung: Wie können sozial unerwünschte Wirkungen, die von einem Unterneh- men ausgehen, minimiert werden (Sozio-Effektivität)? ■ Die ökonomische Nachhaltigkeitsherausforderung an das Umwelt- und Sozialmanagement: Wie können Umweltschutz und Sozialengagement kostengünstig, rentabilitäts- und unternehmenswertsteigernd umgesetzt werden (Öko- und Sozio-Effektivität)? ■ Die Integrationsherausforderung: Wie können die drei vorangegangenen Herausforderungen gleichzeitig erfüllt (inhaltliche Integrationsherausforderung) und wie können ökologische und soziale Aspekte ins konventionelle, ökonomisch ausgerichtete Management integriert werden (instrumentelle Integrationsherausforderung)? In einer tabellarischen Übersicht, die einen leichten Zugang er- möglicht, werden zusammenfassend alle untersuchten Ansätze in Beziehung zu diesen vier Herausforderungen gesetzt. In Kapitel 3 werden sodann die konventionellen Funktionsbe- reiche eines Unternehmens skizziert. Dabei handelt es sich um strategische Planung, Rechnungswesen, Controlling, Logistik und Vertrieb, Einkauf, Produktion, Personalwesen, Marke- Autoren Stefan Schaltegger, Christian Herzig und Torsten Klinke; Bearbeitung Axel Steinsberg