Rahmenbedingungen und Herausforderungen einer regionalen Klimawandel-Governance 2 Rahmenbedingungen und Herausforderungen einer regionalen Klimawandel- Governance: Praxisbericht der Klimzug-Modellregion Nordhessen Sybille Bauriedl 1. Governance als Lösungsansatz zur Bewältigung des regionalen Klimawandels!? 1 Die Aufgabe der noch jungen Forschung zu regionaler Klimawandel-Governance ist es herauszuarbeiten, welche Akteure und Institutionen auf dem Weg zu einer nachhaltigen regionalen Klimapolitik eingebunden sein sollten und welche Regelstrukturen und Kooperationsmodi geeignet sind für eine politische Gestaltung dieses Prozesses. Die sozialwissenschaftliche Klimawandelforschung geht davon aus, dass bestehende Governanceformen auf der regionalen Ebene optimiert werden müssen, um eine effektive Anpassung an regionale Klimawandelfolgen gestalten zu können. Diese Prämisse zur Governance-Innovation prägt die laufenden sieben Forschungsverbünde des Förderschwerpunktes „Klimzug – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ des Bundesforschungsministeriums in dessen Rahmen der vorliegenden Beitrag entstanden ist. Die hier dargelegten Erkenntnisse zur regionalen Klimaanpassungspraxis beruhen auf der ersten Forschungsphase des BMBF-Verbundprojekts Klimzug-Nordhessen. Meine Argumente zur Bedeutung von Governance-Innovationen beruhen auf der Analyse des politikwissenschaftlichen Teilprojektes Partizipation, Akzeptanz und regionale Governance 2 . Das Teilprojekt verfolgt die Fragestellung, welche regionale Governance Formation geeignet ist, Klimaanpassungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen, auftretende Ziel- oder Interessenskonflikte auszuhandeln und damit die Akzeptanz von Einzelmaßnahmen zu erhöhen. Der Beitrag hebt die Bedeutung von Governance als Faktor regionaler Klimaanpassungskapazität hervor, stellt unterschiedliche Perspektiven der Governanceforschung im Kontext der Klimzug-Verbundprojekte vor und beleuchtet diese vor dem Hintergrund der aktuellen Governanceforschung. Mit der Argumentation in diesem Beitrag möchte ich die Fokussierung auf die Netzwerkbildung als Schlüssel zur Governance-Innovation zur Diskussion stellen. Die Governance-Praxis in Nordhessen zeigt, dass für die Entwicklung einer Klimawandel- Governance der Schatten der Hierarchie, sowie der Schatten des Wettbewerbs für eine regionale Klimapolitik stark ausgeprägt sind. 2. Institutionelle und politische Strukturen als zentrales Element von Klimaverwundbarkeit und Anpassungskapazität 1 Der Beitrag beruht auf meinem Vortrag „Regionale Klimaanpassung braucht Governance-Innovation!? Rahmenbedingungen für Klimawandel-Governance im Rahmen des Klimzug-Workshop: Governance in der Klimaanpassung an der TU Dortmund am 3.12.2010. Ich danke den TeilnehmerInnen für eine anregende Diskussion zum strukturellen Spannungsverhältnis von Hierarchien und Verhandlungssystemen. 2 Laufzeit des politikwissenschaftlichen Teilprojekts PARG im Verbund Klimzug-Nordhessen: 01.10.2008 bis 30.06.2013.