87 SOZIOLOGIEMAGAZIN Krisen und Umbrüche REZENSION Rezension zu „Anton/Schetsche/ Walter (Hrsg.): Konspiration“ Soziologie des Verschwörungsdenkens von Alan Schlink N icht erst seit dem Abhörskan- dal durch den US-amerikanischen Aus- landsgeheimdienst NSA ist der Konspirationismus ein hema in den Medien und in der Wissenschat. Mit der Verbreitung des Internets hat sich auch die Möglichkeit der Produk- tion und Popularisierung heterodoxen, das heißt von der gesellschatlichen Norm abweichenden, Wissens potenziert und Verschwörungstheorien sind ein Teil davon. Der vorliegende Sammelband orientiert sich programmatisch an den wissenssoziologischen Arbeiten zu Ver- schwörungstheorien der Herausgeber und ist systematisch untergliedert in drei Bereiche: „Fallstudien“, „Mediale Dis- kurse“ und „heoretische Perspektiven“. Das einleitende Kapitel von Andreas An- ton, Michael Schetsche und Michael K. Walter versucht, die verschiedenen im Band versammelten Zugänge und Pers- pektiven aus der wissens- soziologischen Position zu integrieren, wobei viele der Beiträge bereits stark sozialkonstruktivistisch und wissenssoziologisch strukturiert sind und sich damit selbst wieder- um an der theoretischen Vorarbeit von Anton und Schetsche orientieren. Der Buchaubau ist inso- fern gut gelungen, als dass den Leser_innen zunächst empirische und histo- rische Fallbeispiele von Verschwörungen bzw. Verschwörungs- theorien vorgestellt werden, die in den nachfolgenden Kapiteln auf abstrakterer Ebene hinsichtlich ihrer Logik, Systema- tik, Funktionalität usw. analysiert wer- den. Während die Realität von Verschwörun- gen, so die Herausgeber in der Einleitung, als gemeinhin anerkanntes gesellschatli- ches Wissen gilt – man denke etwa an das Mordkomplott gegen Julius Cäsar oder an die Hyperverschwörung des Manhat- Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Herausgeber: Anton, Andreas/ Schetsche, Michael / Walter, Michael K. (2014); Wiesbaden: Springer VS.