«Den Namen setzen». Namens- und Göttinnenstandarten in der Südlevante während der 18. ägyptischen Dynastie Thomas Staubli Bezüglich der biblischen Namenstheologie dominiert heute das Modell, wonach die Schem-Theologie eine ältere Zebaoth-Theologie abgelöst habe. 1 Die Vorstellung eines inmitten seines Hofstaates thronenden Gott- königs JHWH Zebaoth werde in der deuteronomisch-deuteronomisti- schen Theologie fast ganz vermieden. Gegenüber der Zebaoth-Theologie etabliere diese Theologie unter assyrischem Einfluss eine Schem-Theo- logie. Der Deuteronomist spreche nur noch von einem Namen in Jerusa- lem hinsetzen (śim: Deuteronomium 12:5,21; 14:24; 1 Könige 11:36; 14:21; 2 Könige 21:4,7; 23:27), einmal sogar nur noch vom Dortsein des Namens (hjh: 1 Könige 8:16-29) der deuteronomistische Jeremia sogar nur noch vom Ausrufen des Namens über dem Tempel (qr’: Jeremia 7:10,11,14,30; 32:34; 34:15; vergleiche auch 1 Könige 8:29ff). Martin Keller hat in seinen Untersuchungen zur deuteronomisch-deu- teronomistischen Namenstheologie, einer Erklärung von Erik Hornung 2 zu gemeinsamen Vorstellungen in ägyptischen Quellen und im AT fol- gend, die Ansicht vertreten, dass die deuteronomisch-deuteronomisti- schen Formeln des «Namen Setzens» keine bewusste Übernahme akka- discher Vorlagen darstelle, sondern gemeinorientalischer Vorstellung entspringe, 3 allerdings ohne diese Behauptung durch Quellenmaterial zu belegen. Dieser Ansicht hat Sandra I. Richter auf James Barr 4 und seine Forderung nach eng kontextueller philologischer Exegese rekurrierend mit dem Anspruch eines Paradigmenwechsels widersprochen und eine strikt idiomatische Auslegung der fraglichen deuteronomistischen 1 Mettinger (1982), 50ff; Albertz (1992), 353f., 396. 2 Hornung (1993), 72. 3 Keller (1996), 115 mit Anm. 48. 4 Barr (1961); Barr (1969).