Im Fokus der hier vorgestellten Analyse steht die Frage nach dem Umfang, in dem Juniorprofessoren bei der DFG als Antragsteller in Erscheinung treten. In die Betrachtung einbezogen wird dabei auch die Frage, ob und in wel- chem Umfang sich ihre Erfolgsquote fachspezifisch von der anderer Antragsteller unterscheidet. Einleitend wer- den Analysen vorgestellt, die auf bisher nicht veröffent- lichten Ausschreibungs- und Bewerbungsdaten der BMBF-Vorgriffförderung von Juniorprofessuren basieren. Vorbemerkung Mit der Einführung der Juniorprofessur wurde beab- sichtigt, die Selbständigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses zu stärken und die Qualifizierung für eine Professur zu flexibilisieren. Der Drittmittel- einwerbung kommt in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung zu. Mittel für die selbständige Durchführung eines ausgewählten Forschungs- projekts können i. d. R. nicht der sog. Grundausstat- tung entnommen werden. In den meisten Fächern stellt die Drittmitteleinwerbung zudem ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung wissenschaftlicher Leistung dar, was nicht zuletzt für die Berufung auf eine Professur auf Lebenszeit entscheidend sein kann. Während vorliegende Studien vordergründig Situ- ation und berufliche Perspektiven der Juniorpro- fessoren erhellen, liegen zum Thema Drittmittel- einwerbung von Juniorprofessoren allenfalls Informationen zu einzelnen Fächern oder Hoch- schulen vor (vgl. Rössel et al 2003; Buch et al 2004, BMBF/DLR 2004, Humboldt-Universität 2004, DPG 2005). Die hier vorgestellte Analyse untersucht die An- tragsaktivitäten von Juniorprofessoren bei der Deut- schen Forschungsgemeinschaft. Die DFG ist der wich- tigste Einzelförderer für drittmittelfinanzierte For- schung in Deutschland. Mit einem aktuellen Jahres- budget von 1,3 Milliarden Euro fördert die DFG vor- nehmlich Forschung an Hochschulen – etwa 34 Pro- zent aller dort eingeworbenen Drittmittel stammen von der DFG (vgl. DFG 2003: 34). Mit der für diesen Bericht gewählten Fokussierung auf DFG-finanzierte Forschung betrachten wir demnach einen zentralen Ausschnitt des Förder- und Forschungsgeschehens an deutschen Hochschulen. Drei Leitfragen stehen im Vordergrund der Untersuchung: • In welchem Umfang treten Juniorprofessoren bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Antrags- steller in Erscheinung? • Mit welchem Erfolg gelingt es Juniorprofessoren, Forschungsmittel bei der DFG einzuwerben? • Zeigen sich bedeutsame Unterschiede in den Er- folgsquoten zwischen Juniorprofessoren und anderen Antragstellern der DFG? Eingeleitet wird der Bericht mit einer kurzen Be- schreibung des Programms Juniorprofessur sowie Antragsaktivität und -erfolg von Juniorprofessoren bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ALEXIS-MICHEL MUGABUSHAKA, THOMAS RAHLF, JÜRGEN GÜDLER 1 Zahlen und Fakten zur Forschungsförderung 1/2006 1 1. Wir bedanken uns bei Frau Petra Hohnholz, Leiterin des Referats Nachwuchsförderung beim BMBF, sowie bei Frau Dr. Beate Scholz, Leiterin des Bereichs Nachwuchsförderung bei der DFG, für die freundliche und kompetente Unterstützung. Des weiteren bedanken wir uns bei Prof. Dr.- Ing. Lars Frormann, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Juniorprofes- sur e. V., für seine seine Anregungen und Hinweise.