© Kerstin Stutterheim
Joris Ivens und John Ferno 400 Millionen (1938)
Auszüge aus der Einführung Kerstin Stutterheim
Joris Ivens, wurde in den Niederlanden 1898 geboren, starb 1989 in Paris; hat
1971 bis 1977 in China gelebt und gearbeitet; insgesamt hat er über 40 Filme in der
ganzen Welt gedreht.
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Die Wirklichkeit mit dem Dramatischen zu verbinden, darauf basiert die
Arbeitsweise von Joris Ivens. Vom Avantgardefilm kommend wurde Ivens zu einem
der herausragendsten und einflussreichsten Dokumentarfilmer des 20. Jahrhunderts
weltweit, der in vielen Regionen dieser Welt gearbeitet hat. Ein Vorbild für
Generationen von Filmemacher_innen. Er selber sah sich als “a filmmaker, activist,
following the revolutionary movement and serving those who struggle for dignity
and freedom«
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. Kees Bakker beschreibt Ivens als einen bewussten Teilnehmer - nicht
nur Beobachter! - der historischen Ereignisse, die er filmte. Ivens' Filme waren
somit sehr stark geprägt von der eigenen, erlebten Erfahrung der historischen
Ereignisse, die er zur Darstellung brachte.
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Joris Ivens beschreibt seine dokumentarische Methode selber als eine
spezifische Form, sich der Wirklichkeit zuzuwenden, diese zu beobachten und
Aspekte des Sozialen einzubeziehen. Wie schon bei Dziga Vertov entstand diese
Haltung auch bei ihm aus einem Protest gegen den kommerziellen Spielfilm. Er
schöpfte für seine Filmsprache aus der Kunst der Avantgarde, dem Film der
Avantgarde und dem Absoluten Film. Seine Filmarbeit als Dokumentarist bestimmte
er über die Wahl der Themen und seine sich daraus erbende Haltung zu der
abgebildeten Welt, die er zur Grundlage seiner Filmarbeit machte. Beispielhaft kann
hier angeführt werden, was er im Kontext der Dreharbeiten zu seinem Film
KOMSOMOL schrieb:
»If one needs to classify my film, then call it a documentary film, or, better yet,
a publicitary film. I hesitate to call it a documentary film, for many understand this to
mean events and facts recorded without intervention from the director (who only gets
to intervene in the editing process). You will notice that I do organize, and
reconstruct events and facts. Among non-fiction films, there are many sub-genres
which are difficult to distinguish such as the documentary film, publicitary film, film