232 Rezensionen Geständnisproduktion gelegentlich zu sehr unter die Haut gegangen. Insofern sei dieses Buch, auch wenn ich es nicht deshalb verfasste, […] ihrer Erinnerung gewidmet. Sofern das denn statthat ist, möchte sich der Rezensent dem gern anschließen. Leander Petzoldt Magie: Weltbild, Praktiken, Rituale München: Verlag C.H. Beck, 2011 ISBN 978-3-406-62150-5, 175 Seiten, € 12,95 Rezensent: Gerhard Mayer 3 „Das Geschät mit dem Aberglauben blüht weiter.“ Leander Petzoldt Der Name Leander Petzoldt dürte vielen deutschsprachigen Wissenschatlern, die sich mit dem hemenfeld von Magie und Religion auseinandersetzen, ein Begrif sein, denn Petzoldt hatte vor über 30 Jahren eine sehr verdienstvolle Anthologie mit eben diesem Titel, Magie und Religion, herausgegeben, die über lange Zeit zur Plichtlektüre gehört hat und auch heute noch mit Gewinn zu lesen ist (Petzoldt, 1978). Wie der Untertitel, Beiträge zu einer heorie der Magie, seinerzeit ankündigte, versammelte der Band relevante Texte vor allem aus dem Bereich der Ethnologie und der Soziologie. Eine der wichtigen Erkenntnisse, die aus der Lektüre jenes Buchs gewonnen werden konnte, bestand darin, dass die Bestimmung dieser beiden Bereiche durch ein dichotomes Verhältnis unangemessen ist. Auch aus heutiger Sicht muss man dieser Einsicht uneingeschränkt zustimmen. Wenn nun aktuell ein einführendes kleines Bändchen dieses Autors zu den Prinzipien des magischen Weltbilds sowie zu magischen Praktiken und Ritualen in der Beck’schen Reihe erscheint, dann weckt dies gewisse Erwartungen. Zum einen eben wegen jenes klug zusammengestellten Sammelbandes, der auf eine eingehende Beschäf- tigung mit dem hema Magie hinweist, zum anderen, weil Petzoldt als emeritierter Professor – er lehrte zuletzt bis zum Jahr 2002 europäische Ethnologie (Volkskunde) an der Universität Innsbruck – ein gestandener Wissenschatler ist. Dies fand auch seinen Niederschlag in dem hier zu besprechenden Buch, das stellenweise sehr anregend zu lesen ist. Dennoch bereitet die Lektüre dem Rezensenten immer wieder ein gewisses Unbehagen. 3 Dr. Gerhard Mayer ist Psychologe und wissenschatlicher Mitarbeiter des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. in Freiburg i.Br.