161 ( Ûber die Beziehungen zwischen dem Privaten und dem Ôffentlichen bei HannahArendt und Eric Weil > Article paru dans Perspektiven der Philosophie, Neues fahrbuch 1989 Band 15 - 1989, pp. 161-LBg Patrice Canivez Fiir Reinhard und Isabelle Reck tlnnn DIE BEzIEHUNGEN ZwISCHEN DEM PRIvATEN UND DEM ÔTTTNTLICHEN BEI H. ARENDT UND E. }ryEIL I Bei H. Arendt ist der Unterschiedzwischen ,,privat" und ,,ôffent- lich" vor allem in der Vita activa entwickelt. Hier ist er auf Grund einer Analyse der antiken Polis aufgebaut, so daB ein bestimmtes Verstândnis der Geschichte môglich wird. ,,Der Raum des Ôffentli- chen und der Bereich des Privaten" werden durch eine Reihe von Gegentiberstellungen unterschieden,und diese bemerkenswerten Gegenûberstellungen bezùglichdes Altertums haben sich - beson- dersin der Neuzeit- verschoben oder aufgelôst. Wir werdenunsfûr diesen Unterschiedinteressieren insoweit, als er uns erlaubt, Ûber- einstimmungenoder Meinungsverschiedenheiten mit der Theorie Eric Weils zu begreifen. DieseKonvergenzen sollenesermôglichen, die mit der heutigen Lage des Individuums verbundenen Probleme zu formulieren. Sie werden uns auch dazu ftihren, die tiefen Diver- genzen zwischen zwei sozusagen symmetrischen Ausrichtungendes Denkens zu erfassen. Der Vergleichder arendtschen Phânomenolo- gie und der reflexiven und formellen Philosophie Eric Weils bringt uns dazu,dasProblemdes Verhâltnisses zwischen der Reflexionund dem Konkreten, dasin diesem Fall demjenigen desLebensim Staat entspricht,zv ahnen: folglich ist das methodologische Problem mit dem politischen verkniipft. 1. Ich danke den Mitgliedern des Centre Eric Weil (Université de Lille III) , die mir die Gelegenheit gegeben haben,diese Arbeit vorzutragen und siezur Diskussion zu stel- len.