Die Herstellung und Darstellung von Wissen unter Medialisierungsbedingungen zyxwvutsrqponmlkjihgfedcbaZYXWVUTSR Eine vergleichende Betrachtung von Mathematik, Zeitgeschichte und Molekularbiologie zyxwvutsrqponmlkjihgfedcbaZYXWVUTSRQPONMLKJIHGFE Martina Franzen, Simone Rödder* 1. EINLEITUNG zyxwvutsrqponmlkjihgfedcbaZYXWVUTSRQPONMLKJIHGFEDCBA Seit den 19 9 0 e r Jahren wird für viele Länder ein regelrechter >Wissenschafts- boom< in den Massenmedien konstatiert (vgl. Görke et al. 2000; Schäfer 2007; Elmer et al. 2008; Bauer 2012). Besonders betrifft dies die Biowissenschaften. Themen aus der Stammzellforschung und der Genomforschung sind nunmehr im medienöffentlichen Diskurs etabliert, d.h. Journalisten knüpfen ohne viel Be- gründungsaufwand beispielsweise an die Entzifferung des menschlichen Erb- guts an, um über aktuelle Entwicklungen in der Genomforschung zu berichten. Aber auch von einem >Geschichtsboom< lässt sich sprechen, der vor allem die Zeitgeschichte, und hier wiederum die jüngere deutsche Vergangenheit, zum Dauerthema im TV ebenso wie in den Printmedien macht (vgl. etwa Kellerhoff 2006; Nolte 2008). Wenn "Wissenschaft zum Gegenstand medialer Dauerbeobachtung und damit zu einer »öffentlichen Angelegenheit« (Neidhardt 2002) geworden ist, ist anzu- nehmen, dass dies umgekehrt auch Folgen für die wissenschaftliche Erkennt- nisproduktion und Arbeitsweise hat. Dies ist der Kern der Medialisierungsthese, die Peter Weingart (2001, 2005, 2012) formuliert hat. Der Begriff der Mediali- sierung bezeichnet die Wechselwirkung von Wissenschaft und Massenmedien, verstanden als soziale Systeme, die ihre Operationen an systeminternen Kriterien orientieren und so Eigenwerte produzieren: neues Wissen im Fall des Wissen-zyxwvutsrqponmlkjihgfedcbaZ * I Unter Mitarbeit von Carina Brinkmann.