267 „Eh, ich sing’ ja nicht, um gehört zu werden“. Ein Beitrag zur Bedeutungskonstitution idiolektaler Ausdrücke am Beispiel gesungener Texte aus dem polnischen West-Roztocze *U]HJRU] 3DZáRZVNL (:DUV]DZD) 0. Einleitung 3UREOHP XQG )UDJHVWHOOXQJ 'DV ,QFLSLW HLQHV UHJLRQDOHQ /LHGHV SO ト(M QLH QD WR MD ĞSLHZDP ĪHE\ĞFLH Vá\V- zeli“) aus dem polnischen West-Roztocze lässt auf den ersten Blick vermuten, dass die Sängerin mit dem Lied lediglich dessen kognitive Funktionen realisiert, ohne dass damit kommunikative Absichten intendiert werden. Beim näheren Be- trachten soll sich jedoch herausstellen, dass durch gesungene Texte dieser Region QLFKW QXU HLQ JDQ] NRQNUHWHU VRQGHUQ YRU DOOHP IU GLH 6lQJHULQ HLQ VSH]LソVFKHU epistemischer und vielleicht für West-Roztocze ein (proto)typischer Wissensrah- men zum Ausdruck gebracht wird, welcher die Bedeutungskonstitution einzelner (Schlüssel-)Ausdrücke ganz und gar voraussetzt und diese letzteren überhaupt erst verständlich macht. Die eigentlichen Fragen lauten: (1) Was konstituiert Bedeutung? (2) Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? (3) Was setzt die adäquate Deutung von idio- lektalen Ausdrücken voraus? Um diese Fragen zu klären, gebe ich zunächst eine Erläuterung zum Textkorpus. Danach komme ich zu den Forschungsthesen, -kon- ]HSWHQ XQG DXIJDEHQ GLH LP 5DKPHQ GHU HSLVWHPRORJLVFK SURソOLHUWHQ 6HPDQWLN erörtert werden (sollen). Zum Schluss widme ich mich exemplarisch der semanti- schen Analyse von einigen gesungenen regionalen Texten aus dem West Roztocze, um zu dokumentieren, dass mit dem um die epistemologische Perspektive ergänz- ten Analysemodell der Frame- und der epistemologischen Semantik ein entschei- dender Schritt getan wird. .RUSXV YRQ 7RQDXIQDKPHQ Bei dem Korpus handelt es sich um ein Exzerpt aus dem Tonarchiv des In- stituts für Kunst der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Instytut Sz- WXNL 3ROVNLHM $NDGHPLL 1DXN ,63$1 LQ :DUVFKDX Das empirische Material für die Analyse stellen ausschließlich gesungene Texte (regionale Lieder der