Tommaso Morawski Tommaso Morawski Die Terminologie. Ein antirationalistischer Aspekt der Philosophie Kants 1 This essay is focused on the Kantian idea of philosophical terminology, trying to clear the prejudices concerning his alleged silence on language and to point out the antirational character of his philosophy of language. In this context are retraced the information Kant gives about how philosophical specialized vocabulary has to be found and the role it plays in the philosophical communication. A particular atten- tion is also given to the doctrine of Meditieren and the idea of heuristic as a method for the accomplishment of a scientific work. 1. Diese Studie setzt die Annahme voraus, dass die Terminologie einen entschei- denden Aspekt der Kantstudien darstellt. Die Kantliteratur ist aber von dem seit Hamann immer wiederkehrenden Topos geprägt, nämlich Kant habe über die Sprache geschwiegen 2 . Demnach ist eine zentrale Frage, die sich wie ein roter Fa- den durch die Kantstudien zieht, diejenige nach Wert oder Unwert der Termino- logie bei Kant. Eine reife Position vertritt Hans Vaihinger, dessen Problemsauf- fassung im Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft den Ausgangspunkt einer Umwälzung der Kantforschung erkennen lässt, die sich auch Giorgio Tonel- li erhoffte und die, neben anderen, Norbert Hinske in Hinblick auf den Begriff transzendental erfolgreich einleitetet 3 . In der Einleitung seines Kommentars weist Vaihinger auf das Problem einer «exakte[n ]philologischen Methode» in der Kant- 1 Für die gedrückten Schriften Immanuel Kants zitiere ich: I. Kant, Werke in zwölf Bänden, Suhrkamp Taschenbüchern Wissenschaft, Frankfurt am Main, 1968. Für die Reflexionen und die Vorlesungen zitiere ich: I. Kant, Kant’s gesammelten Schriften, hrsg. von der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften (und Nachfolgern), Berlin, 1900 ff.. Für die Logik- Vorlesung Bauch zitiere ich aus: T. Pinder, Logik-Vorlesungen Unveröffentlichte Nachschriften, in «Kant-Forschungen», Bd. 8-9, Felix Meiner Verlag, Hamburg. 2 Vgl. dazu D. Di Cesare, “Hat Kant über die Sprache geschwiegen?”, in «Language Philosophies and the Language Sciences. A Historical Perspective in Honour of Lia Formigari», Münster, 1996, ss. 181-200 und U. Eco, Kant und das Schnabeltier, Hansen Verlag, München, 2000, ss. 82-83. 3 Vgl. dazu G. Tonelli, Recensione al libro Kants Weg zur transzendentalen Philosophie, Japadre, L’Aquila, 1987, S. 135: «Ciò significa, ora, non esporre più Kant in generale – cosa che fu fatta già mille volte; e i risultati molto contraddittori di questo atteggiamento dovrebbero, alla fine far capire ai dotti che, in questo campo è passato il tempo delle visioni d’insieme. Ciò vuol dire, ora, dedicarsi senza grandi pretese ai problemi particolari per preparare gradualmente, in