Paweł Bąk 9 Paweł Bąk Universität Rzeszów METAEUPHEMISMEN DES WIRTSCHAFTSDEUTSCHEN 1. EINLEITENDE BEMERKUNGEN In der Analyse von Äußerungen und Texten aus dem Bereich des Wirt - schaftsdeutschen können neben dem Terminus und der Metapher einige weitere diskursrelevante, (fach)sprachliche Erscheinungen und Kategorien festgestellt werden, die das Bewusstsein und den Umgang der Fachleute (z. B. der Fach- journalisten) mit der Sprache betreffen und gegebenenfalls dokumentieren. In der Arbeit „Euphemismen des Wirtschaftsdeutschen aus Sicht der anthropo- zentrischen Linguistik“ (Bąk 2012) wurden Probleme der Euphemismen in den wirtschaftsdeutschen Diskursen untersucht, wobei aus der Analyse der Euphe- mismen neben dem zentralen Problem der Unterscheidung der Verhüllung und der Verschleierung und neben der damit verbundenen Relativität 1 u. a. auch Beobachtungen zur Rolle des metasprachlichen Engagements der Textprodu- zenten und -rezipienten hervorgegangen sind. Der Problematik der Metasprache in diesen Zusammenhängen gebührt m. E. eine eingehendere Diskussion in einem größeren, über den vorliegenden Aufsatz hinausgehenden Rahmen. An dieser Stelle seien nur die wichtigsten Probleme des Metaeuphemismus angeris- sen, die in einer weiteren Studie unter die Lupe genommen werden sollten. Am Sprachverhalten der Wirtschaftsjournalisten als Erstrezipienten von euphemistischen Äußerungen, d. h. besonders an ihrem metasprachlichen Engagement kann man – zumindest zum Teil – die jeweilige aktuelle, durch pragmatische Faktoren bedingte Funktion der analysierten Euphemismen erkennen. Letztere weist offensichtlich relativen Charakter auf. 2 Da die in den Presseartikeln herangezogenen (d. h. erwähnten, direkt zitierten und gege - benenfalls kommentierten) Euphemismen die Struktur der Texte der Wirt- schaftspresse weitgehend prägen, ist die Wahrnehmung d er Herangehensweise der Journalisten an die Euphemismen in einer aufschlussreichen Diskussion von großer Bedeutung. 1 Siehe Bąk (2012:58-62, 113-129). 2 Siehe ebd.