1 Wie beeinflusst der sozioökonomische Status den Erwerb der Erst‐ und Zweitsprache? Wortschatzerwerb und Geschwindigkeit im NP/DP‐Erwerb bei Kindergartenkindern im türkisch‐deutschen Kontrast 1 Christine Czinglar, Katharina Korecky‐Kröll, Kumru Uzunkaya‐Sharma & Wolfgang U. Dressler Universität Wien erscheint 2015 in: In Klaus‐Michael Köpcke & Arne Ziegler (Hrsg.): Deutsche Grammatik in Kontakt. Deutsch als Zweitsprache in Schule und Unterricht. Berlin: De Gruyter (Reihe Linguistik ‐ Impulse & Tendenzen). 1 Einleitung Breit angelegte Studien zu Kindergartenkindern aus den USA, Großbritannien und Deutschland weisen nach, dass die Familie den größten Einfluss auf die frühe sprachliche und kognitive Entwicklung von Kindern hat (Mashburn et al. 2008; Roßbach/Weinert 2008; Sylva et al. 2011; Tietze et al. 2012). Was den Spracherwerb angeht, lässt sich dieser Einfluss hauptsächlich am Input festmachen, also an der Sprache, die die Hauptbezugsperson (häufig die Mutter) an das Kind richtet (Hoff 2003). Studien aus den USA und Israel zeigen, dass sich sowohl die Menge als auch die Qualität des familiären sprachlichen Inputs abhängig vom sozioökonomischen Status (SES) der Bezugspersonen unterscheiden (Hart/Risley 1995; Weizman/Snow 2001; Hoff 2003; Zimmermann 2012; Hoff 2013; Ravid/Peleg/Peleg 2013). 1 Die Arbeit an diesem Artikel wurde durch den Wiener Wissenschafts‐ und Technologiefonds (WWTF) gefördert (SSH11‐027). Wir danken den Herausgebern, Rudolf De Cillia und ganz besonders Katharina Brizić für ausführliche Kommentare zum vorliegenden Artikel. Philip Schnell hat uns bei der Operationalisierung des sozioökonomischen Status und Isabella Hager bei den statistischen Analysen unterstützt. Ayhan Aksu‐Koç, İnci Dirim und Dorit Ravid haben uns in verschiedenen Projektstadien wertvolles Feedback gegeben. Herzlicher Dank gebührt auch den Familien, KindergartenpädagogInnen und Kindern, die bei der Studie mitmachen. Abschließend möchten wir uns auch beim Publikum dieses Symposiums für die anregende Diskussion bedanken.