Neue Bücher, Abstracts, Rezensionen 333 mentell-gestaltete Texte (Haimerl!), die sich in angenehmer Weise dem Lehrbuchcharakter sperren, lyrische Zeilen zur Hoffnung (Kross) und es gibt nicht zuletzt viele PraktikerInnen, die zu Worte kommen. Menschen, die han- delnd mit Hoffnung umgehen. In diesem Feld finden sich auch die beiden genuin psycho- dramatischen Beiträge aus der Feder von Leutz und Frede. Beide keine unbeschriebenen Blät- ter in der PD-Literatur, beschäftigen sich mit dem Umgang mit Hoffnung im Psychodrama. Leutz stellt hierbei die Antipoden Hoffnung und Angst in den Mittelpunkt ihrer Betrach- tung, Frede die Förderung der Hoffnung in der psychodramatischen Therapie mit unheilbar kranken Menschen. Kasuistiken anderer Auto- rInnen beschäftigen sich mit der Frage der Hoffnung in Zusammenhang mit Tumor- und anderen infausten Erkrankungen. Hier liest sich das eine oder andere für einen Nicht- Mediziner holprig. Über die Notwendigkeit ei- nes Beitrages von Forberger über die Hoff- nung in der zahnmedizinischen Ausbildung lässt sich trefflich streiten, aber „die Hoffnung stirbt zuletzt…“: so lautet der Beitrag von Hahn, der die bei diesem Thema so wichtige subjektive Perspektive wieder eröffnet. Alles in allem ein bunter Reigen, der beim Lesen keine Langeweile aufkommen lässt; als Psychodramatiker würde man sagen: das Buch erwärmt für das Thema (also doch so etwas wie eine Prolegomena…). Schwächen hat das Buch aus meiner Sicht wenige: zu nennen wäre das fehlende Gesamtglossar und ein gemein- sames Literaturverzeichnis am Ende. Schwierig sind auch zum Teil die Begrifflichkeiten: die Medizinsoziologie verwendet Vokabular, wel- ches sich manchmal erst auf den zweiten Blick erschließt. Und ein Faux-pas, der in einer zweiten Auflage geändert gehört: Es sollte sich auch in der Medizinsoziologie oder medizini- schen Psychologie (warum hier nicht einfach Psychologie?) herumgesprochen haben, dass „Geisteskranke“ allenfalls in Anführungszei- chen so genannt werden können. Allgemein spricht man heute von Menschen mit psychi- scher Erkrankung. Nichtsdestotrotz ist auch dieser Artikel des Herausgebers lesenswert. Lipps und Huppmann kommen in einer Daten- auswertung zu einer Kategorie: „Was macht Hoffnung?“ Als ein möglicher Faktor nennen sie: „Akzeptanz zu erfahren“. Dies sei dem Band gewünscht: von neugierigen Lesern Ak- zeptanz zu erfahren. Christian Stadler, Dachau Gong, Shu Yi Shu. The Art of Living with Change. Integrating Traditional Chinese Medicine, Psychodrama, and the Creative Arts. F. E. Robbins & Sons Press, 2003, 289 Seiten, USD 39,95 karton., USD 49,95 gebunden. Gong Shu ist Psychodrama-Ausbilderin und Begründerin des Internationalen Zerka Moreno Instituts. Sie ist in China geboren, ihre Familie ist vor der Ausrufung der Volksrepublik nach Taiwan emigriert. Sie selbst hat in den USA studiert und arbeitet nun auch in Westafrika. Erst spät hat sich Gong Shu ihrer Wurzeln er- innert und die chinesische Philosophie und Medizin studiert, zuvor auch Gestalt- und Kunsttherapie. Im Buch sind einige ihrer Bil- der in chinesischem Stil zu bewundern. Gong Shus Buch ist ein wissenschaftlicher Es- say mit theoretischen und praktischen Ab- schnitten. Sie geht der Fragestellung nach, wie sich östliche und westliche Heilungsmethoden verbinden lassen. Der Buchtitel Yi Shu drückt die Kunst der Wandlung aus, es ist an das Buch der Wandlung (Yi Jing) angelehnt und beinhaltet dabei auch Gongs Vornamen. Sie findet interessante Parallelen zwischen Daois- mus, Konfuzianismus und Psychodrama, diese haben Spontaneität und Kreativität als zentrale Begriffe. „Das Dao folgt, was natürlich und spontan ist“ (S. 161, übersetzt). Die chinesi- sche Lehre kennt keine Unterscheidung in Medizin und Psychologie, sie behandelt den ganzen Menschen. Wie beim Psychodrama gibt es eine Einbindung des Menschen in den