9 Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich (2012) 157(1/2): 9–22 Zusammenfassung Die alteingesessene Zürcherische Botanische Gesell- schaft mit Gründungsjahr 1890 wendet sich ihrem zentralen Anliegen zu und wagt sich an eine Neuauf- lage (Überarbeitung) der Flora des Kantons Zürich. Über 170 Jahre ist es her, seit Albert Kölliker 1839 die bisher einzige Flora des Kantons publizierte. Seither hat sich die Landschaft stark verändert, so dass sich eine Bestandesaufnahme der Flora aufdrängt. Die Vorarbeiten für das ehrgeizige Projekt sind bereits weit vorangeschritten. In systematischer Weise soll die Flora stichprobenartig auf einem Neuntel der Kantonsfläche, genauer auf 208 Kartierquadraten von je 1 km 2 Grösse, vollständig erfasst werden. Ergänzt wird das Inventar durch eine Wiederkartierung der Welten/Sutter-Kartierflächen, wodurch ein Vergleich der Flora mit dem Zustand vor rund 40 Jahren mög- lich ist. Recherchen in den vereinigten Herbarien der Universität und ETH Zürich sowie im Herba- rium Georg Kummer im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen sollen die Kartierungen ergänzen. Während einer Pilotkartierung im Juni 2011 wurden erste praktische Erfahrungen gesammelt. Die Ergeb- nisse zeigen, dass idealerweise mehr als ein Kartier- team pro Kilometerquadrat im Einsatz stehen sollte und dass die Anzahl der kartierten Arten in einem Quadrat wesentlich von der Aufenthaltsdauer und von der zurückgelegten Wegstrecke abhängt. Die Flora soll in erster Linie im Internet publiziert werden und neue Resultate regelmässig verfügbar machen. Die vorgeschlagene Flora-Kartierung ist ein realistisches Projekt, weil viele Leute im Kanton Zürich bereit sind, während mehrerer Jahre einen Teil ihrer Freizeit in den Dienst dieser Kartierung zu stellen. 173 years after Kölliker: Time for a New Flora of the Canton of Zurich The long-established Zurich Botanical Society foun- ded in 1890 focuses on its main purpose and aims to compile a new (revised) flora of the canton of Zurich. More than 170 years have passed since Albert Kölli- ker published the only cantonal flora in 1839. Since then, the landscape has changed in such a dramatic way that a new inventory of the flora is more than justified. Preparations for this ambitious project have greatly advanced. Accordingly, it is planned to fully assess the flora on one ninth of the canton’s area, which corresponds to 208 mapping quadrats of 1 km 2 each. This inventory shall be completed by a re-mapping of the existing Welten-Sutter mapping units, which makes it possible to compare the cur- rent flora with its state 40 years ago. The mapping will be supplemented by analyses of both the com- bined herbaria of the University and the ETH Zurich as well as the herbarium of Georg Kummer located in the museum «zu Allerheiligen» of Schaffhausen. During a pilot mapping in June 2011 we gathered first experiences in the field. An analysis of the mapping protocols demonstrate that individual quadrats should ideally be mapped by more than one team of bota- nists and that the number of mapped plant species per quadrat depends on the time spent and the distance walked within a quadrat. The new flora shall be basi- cally published on the Internet where new findings will be periodically updated. The flora project can be realised due to the offer of many local botanists to take part in the mapping process over several years in their spare time. 173 Jahre nach Kölliker: Zeit für eine neue Flora des Kantons Zürich Thomas Wohlgemuth (Birmensdorf), Petra Bachmann (Wetzikon), Ariel Bergamini (Birmensdorf), Jacques Burnand (Zürich), Christian Ginzler (Birmensdorf), Andreas Keel (Zürich), Michael Kessler (Zürich), Michael Nobis (Birmensdorf), Reto Nyffeler (Zürich), Jürg Röthlisberger (Cham), John Spillmann (Zürich), Gabriela Wyss (Zürich)