Effektivität und Effizienz der Behandlung psychisch Kranker Vergleich zwischen den Versorgungssektoren Rehabilitation und Akutpsychosomatik sowie Akutpsychiatrie R. Nübling, C. Löschmann, M. Bassler und W.W. Wittmann eqs.-Institut Karlsruhe Juli 2004 [unveröffentlichtes Arbeitspapier] 1. Einleitung Effektivität und Effizienz sind zentrale Parameter für die Bewertung von Gesundheitsdienst- leistungen. In der psychosomatischen Rehabilitation besteht eine langjährige Tradition empi- rischer Evaluationsstudien, die z.T. sehr überzeugend deren Stellenwert sowohl innerhalb der Rehabilitation als auch im Gesundheitswesen als Ganzes belegen (vgl. u.a Schmidt, 1991, Schmidt et al. 2000, Zielke, 1993, Broda et al. 1996, Nübling et al. 1999, 2000, Witt- mann et al. 2002). Eine der aktuellsten und hinsichtlich ihrer Methodik umfassendsten Stu- dien, die so genannte EQUA-Studie zur Erfassung der Ergebnisqualität psychosomatischer Rehabilitation wurde kürzlich abgeschlossen (Schmidt et al. 2000, 2003, in press, Nübling et al. 2004a, Steffanowski et al. 2003, 2004). Weitere Studien wurden ebenfalls von der glei- chen Arbeitsgruppe vorgelegt (u.a. Nübling et al. 1994, 1995, 1999, 2003, 2004b, Nübling 1992, Schmidt et al. 1987, 1989, 1994, Lamprecht et al. 1989, Lamprecht und Schmidt, 1990, Wittmann, 1997, Wittmann et al., 1999, 2002). Eine metaanalytische Zusammenfas- sung der Befunde wird derzeit am eqs.-Institut vorbereitet (Löschmann et al. in Vorb.; vgl. auch Schmidt et al. 2002). Auch in den Versorgungsbereichen Aktupsychosomatik und Akutpsychiatrie wurden in den vergangenen Jahren meist aus universitären Institutionen eine Vielzahl umfassender Studien durchgeführt, die die Effektivität und Effizienz von Behandlungen psychisch Kranker zum Gegenstand hatten (vgl. insbesondere die neueren Arbeiten z.B. von Beutel at al. 2004,Franz et al. 2000, Junge & Ahrens 1996, Junkert-Tress et al. 1999 oder Härter et al., 2004) Insgesamt ergaben sich für alle berichteten Studien - sowohl in der psychosomatischen Re- habilitation als auch in der Akutversorgung – hinsichtlich psychometrischer Outcomeparame- ter mittlere bis hohe Behandlungseffekte (Effektstärken im Mittel zwischen .50 und 1.50). Die im Mittel deutliche Reduktion so genannter kostenrelevanter Variablen (AU-Zeiten, Kranken- haustage, Arztbesuche, Medikamentenkonsum) in den Vergleichszeiträumen vor und nach der Behandlung sowie vereinzelt durchgeführte Kosten-Nutzen-Analysen (z.B. Zielke, 1991, Wittmann, 1999) weisen auf die hohe gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Bedeutung psychotherapeutisch/psychosomatischer/psychiatrischer Behandlungen hin. Bislang allerdings nicht systematisch in die Betrachtung einbezogen wurden Aspekte der differentiellen Indikation zu den einzelnen Versorgungsbereichen sowie eine Analyse der differentiellen Kosten-Ergebnis-Relation. Im folgenden wird aufgrund der in der Literatur be-